Es grünt und blüht in der Natur und auch im Schloßgarten hat der Frühling längst Einzug gehalten. Dadurch werden nun auch die Veränderungen vor allem am Teehäuschen deutlich sichtbar, dessen Freischnitt und Bepflanzung in der vergangenen Woche beendet worden ist.

Zerbst. Einen freien Blick aufs Teehäuschen - diese Belohnung erhalten die Spaziergänger, wenn sie den Faschweg in Richtung Stadthalle entlanglaufen. Was einst zugewuchert von Sträuchern und Baumkronen war, ist nun freigeschnitten. Und das durchaus radikal.

"Vom alten Pflanzenbestand rund um das Teehäuschen ist fast nichts übrig geblieben", sagt Grünflächenamt-Sachbearbeiterin Ute Schilling. Ein Pfaffenhütchen sowie ein Fliederbusch stehen noch und einige Eiben, die stark zurückgeschnitten worden sind. "Wir waren hier in der vergangenen Woche im Einsatz", sagt Schilling und meint mit "wir" die Männer der Maßnahme "Aktiv zur Rente", deren Träger die B&A-Strukturförderungsgesellschaft ist. "Diese Maßnahme läuft Ende Mai aus und ist leider nicht verlängert worden."

Anhand eines Pflanzplanes, den Landschaftsarchitekt Uwe Merz entwickelte, fand die Neubepflanzung statt. Zuvor sind die Sträucher und bodennahen Gewächse durch Mitarbeiter der Maßnahme entfernt bzw. zurückgeschnitten worden, während Mitarbeiter des Bauhofes die Kronen der Bäumen entästet haben, um die Sichtachse auf das Teehäuschen freizuschneiden. "Diese Arbeiten sind Teil des Denkmalrahmenplanes und daher auch in dem Ensemble von Schloss, Stadthalle, Marstall zu sehen", betont Schilling.

Die neu gepflanzten Blütengewächse und Stauden, beispielsweise Storchenschnabel, Rosen und Seidelbast, sind aufgrund einer Liste ausgewählt worden, in der der Gartenarchitekt Johann Gottlieb Schoch um 1900 typische Gehölze und Pflanzen für Gartenlandschaften und Parks festhielt.

Der Freischnitt macht nun jedoch auch den Blick auf die Graffiti-beschmierten Wände des Teehäuschens frei. Lang-fristig ist auch eine Umfeldgestaltung des Teehäuschens vorgesehen, die auf Bildern der 1930-iger Jahre beruht. Dort ist beispielsweise die Sitzbank noch deutlich zu erkennen.

Ein weiteres Teilprojekt des Denkmalrahmenplanes waren Freischnitt und Neubepflanzung des Amalienberges. Hinter den Sitzgelegenheiten haben bereits im Herbst Blütengehölze sowie einige Sträucher einen neuen Platz gefunden. "Hier war keine massive Abpflanzung vorgesehen. Wir haben sogar drei Bäume nachgepflanzt - einen Gingko, einen Zucker-Ahorn sowie eine Blumenesche", erklärt Schilling. Zwei davon sind Spendenbäume.

"Diese beiden Teilprojekte wären ohne die Maßnahme ,Aktiv zur Rente\' nicht möglich gewesen", betont Amtsleiterin Kerstin Gudella. Aktuell bemühe man sich um weitere Maßnahmen. "Ohne sie müssen wir den Bauhof stärken im Schloßgarten einsetzen und vielleicht muss man auch mal über ein Parkpflegeseminar nachdenken", sagt Ute Schilling. Eine Art Arbeitseinsatz, der die Bürger mit einbezieht.

"Zuvor möchte ich jedoch dazu aufrufen, dass sich Einwohner bei mir melden können, die Blumenzwiebeln abgeben möchten." Die Frühjahrsblüher würden dann im Herbst in den Zerbster Parkanlagen und Grünflächen in die Erde gebracht. "Dann hätten wir im nächsten Frühjahr ein paar Frühjahrsblüher mehr." Alternativ wären auch kleine Geldspenden willkommen. "Mit fünf Euro ist schon viel zu machen." Ute Schilling ist telefonisch unter (0 39 23) 75 42 36 erreichbar.

 

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