Im "Kunst-Fenster" auf der Zerbster Breite 12 gibt es ab sofort einzigartige Wildholz-objekte zu betrachten. Peter Haake aus Strinum stellt dort für die nächsten sechs Wochen einige seiner Werke aus. Von grazilen Figuren und fantasievollen Stelen bis hin zum originellen Stuhl reicht das Spektrum seiner vielfältigen Arbeiten. Jedes Stück ist mit viel Liebe zum Detail gefertigt und spiegelt die Leidenschaft des 55-Jährigen für sein Kunsthandwerk wider.

Zerbst/Strinum. Sein Interesse für die Holzschnitzerei entdeckte Peter Haake in Nordafrika. Der gebürtige Westfale war gerade 16, als er per Anhalter die Länder rund ums Mittelmeer erkundete. In Marokko, Tunesien und auch Ägypten beobachtete er Einheimische, wie sie kunstvolle Schnitzarbeiten anfertigten. "Das hat mich dermaßen fasziniert", erinnert sich der 55-Jährige mit leuchtenden Augen an den Auslöser für sein heutiges Wirken als Wildholzdesigner.

Das Handwerk brachte sich der Autodidakt nach und nach selbst bei. Viel eignete er sich auf seinen zahlreichen Studienreisen an. Ob in Thailand, Kenia oder einer der Karibischen Inseln - überall, wo Menschen Holz bearbeiten, gesellt er sich dazu. "Ich mache mit und gucke mir Dinge ab", berichtet Peter Haake. Daneben probiert er eine Menge aus. Eines ist ihm dabei von Anfang an wichtig gewesen: Der Kreativität freien Lauf zu lassen.

Spontane Kreativität ist das Arbeitskonzept

"Ich arbeite einfach drauf los", sagt der 55-Jährige. "Ich gehe mit der Motorkettensäge ran, und was es wird, dass wird es", bringt er sein Schaffen unter freiem Himmel auf den Punkt. Entsprechend vielfältig sind seine Werke. Von grazilen Figuren bis hin zu einzigartigen Stühlen reicht das breite Spektrum. Eine Auswahl präsentiert er ab sofort im Zerbster "Kunst-Fenster".

Im vergangenen September verwandelte sich die Geschäftsfläche in der Breite 12 zum ersten Mal in einen Ausstellungsraum. Seither gibt es dort regelmäßig Neues zu sehen. In den nächsten sechs Wochen nun können Passanten die hölzernen Unikate von Peter Haake in Augenschein nehmen. "Gut möglich, dass ich zwischendurch einzelne Objekte austausche", bemerkt der gelernte Einzelhandelskaufmann, der seit 2004 als Wildholzdesigner tätig ist. Geplant war das nicht.

Das Schnitzen habe er immer nur für sich und die Familie gemacht "und als Ablenkung von der Arbeit", erzählt Peter Haake. Zu Hause in Strinum, wo er seit 1996 mit seiner Frau und ihren beiden Söhnen lebt, wurde irgendwann die Garage voll. Das gleiche galt für die angemietete Doppelgarage. So entstand die Idee, aus dem Hobby eine Gewerbe zu machen. Und dem gibt sich der 55-Jährige inzwischen voll und ganz hin. Dabei treffen seine Werke inzwischen selbst weltweit auf Interesse.

Material liefern die Natur und Reisen

Längst ist Peter Haake mit seinen Objekten und Skulpturen bundesweit auf Messen und Kunstausstellungen präsent. Die Deutung seiner abstrakten Kreationen überlässt er dabei gern dem Betrachter. "Jeder soll darin sehen, was er möchte", sagt der Strinumer, der nicht selten Material für neue Werke von seinen Reisen mitbringt. Vom Marstall des Schlosses Bückeburg beispielsweise stammt ein Balken, der noch Spuren des damaligen Brandes aufweist. Geringfügig bearbeitet steht dieser jetzt im "Kunst-Fenster".

Neben Hölzern, die andere wegwerfen oder nicht mehr gebrauchen können, findet Peter Haake seinen Rohstoff draußen in der Natur. Er greift mittlerweile aber auch auf zurechtgeschnittene Bretter aus dem Sägewerk zurück, aus denen er kunstvolle Stelen anfertigt. Für seine Objekte verwendet der 55-Jährige ebenfalls Steine und Metall. "Ich komme aber immer wieder zum Holz zurück."

Dass manch Werk so ausschaut, wie es das tut, verdankt Peter Haake seiner Frau. "Sie bremst mich aus", erklärt er lächelnd und meint das im ganz positiven Sinn.