Am Freitag und Sonnabend lud das Francisceum Zerbst zum 208. Schulgeburtstag ein. Gegründet wurde das Gymnasium im Jahr 1803 von Fürst Leopold III. Friedrich Franz zu Anhalt-Dessau, der damals sagte: "Es ist meine Pflicht, für den ganzen Menschen, für die Entwicklung der menschlichen Natur, Wirkung und Beschäftigung menschlicher Kräfte und Fähigkeiten Sorge zu tragen."

Von Friederike Koch

Zerbst. Am Freitag standen für die großen und kleinen Francisceer im Schulgebäude am Weinberg und in der Jeverschen Straße unterschiedliche Projekte an, die durch ein Konzert der Preisträger des schulischen Instrumentalwettbewerbs und dem alljährlichen Francisceumslauf im Stadion abgeschlossen wurden (auch Text unten rechts).

Am Abend folgte wie immer das Frühlingskonzert der Chöre der Schule. Im ersten Teil läutete der Chor der 5. bis 8. Klassen unter der Leitung von Christine Pfeiffer und am Klavier begleitet von Markus Pfeiffer mit verschiedenen Liedern den Frühling ein.

Jahrgänge mit einzelnen Beiträgen

Eine Besonderheit war, dass Gruppen der Jahrgänge 5, 7 und 8 einzeln ihre Beiträge leisteten. Mit "Komm lieber Mai" begannen die Mädchen der 5. Klassen, Siebtklässlerinnen sangen "Moonlight shadow" und Achtklässler trugen ein Medley aus "Sister Act" vor, mit dem sie großen Applaus ernteten.

In der Mitte des Programms angelangt, sangen beide Chöre dann "Alta trinita", "Komm bau ein Haus" und "Frühlingszeit" zusammen.

Darauf folgte der zweite Teil des Abends mit den Sängern aus den 9. bis 12. Klassen, die von Angela Köcher geleitet werden. Auch hier dominierten Gruppenbeiträge, wobei besonders die Interpretationen von "Que sera" von Kerstin Griebner, Julia Wege und Anastasia Setin und Grönemeyers "Ein Stück vom Himmel" von Sarah Wrahse hervorgehoben werden müssen. Anastasia Setin sang außerdem "Across the universe" von den Beatles und "Stark" von Ich & Ich im Duett mit Christopher Hentrich, der den Chor auch die ganze Zeit auf dem Klavier begleitete. Zum Schluss trugen noch einmal beide Chöre ein Medley verschiedener Frühlingslieder vor, bei dem das Publikum in der Aula kräftig mit einbezogen wurde.

Hinterher hatten beide Chorleiterinnen noch eine Überraschung für ihre Schützlinge. Jeder bekam, je nachdem wie lange er schon Mitglied im Schulchor ist, einen Anstecker zur Erinnerung. Frau Köcher bedankte sich bei Christian Elz, der vor vier Jahren sein Abitur abgelegt und am Freitag kurzfristig eingesprungen war, da der Tenor unterbesetzt war. Besonders geehrt wurden bei ihrem tränenreichen Abschied Kerstin Griebner und Julia Wege, die nach achtjähriger Mitgliedschaft in diesem Jahr ihr Abitur ablegen und somit die Schule verlassen.

Am Sonnabendmorgen wurden in der Festveranstaltung traditionell die 50- und 60-jährigen Abiturjahrgänge geehrt (die Volksstimme berichtete). Die Teilnehmer sowie andere Ehemalige waren danach zu Kaffee und Kuchen in der Aula und in verschiedenen Klassenräumen eingeladen, wofür wie in jedem Jahr die Elftklässler des Francisceums Sorge trugen.

Altersgruppen zusammen gebracht

Ab 15 Uhr wurden historische Rundgänge angeboten, wobei die Interessierten von Schülern durch die Schule und über das Schulgelände geführt wurden, wo an unterschiedlichen Stationen Persönlichkeiten aus der Geschichte der Schule warteten, ebenfalls von Schülern dargestellt, die jeweils sich und ihre Zeit kurz vorstellten. Das waren unter anderem zwei Mönche aus der Zeit des Franziskanerklosters, der erste Direktor des Gymnasium illustre, Gregor Bersmann, der bereits erwähnte Schulgründer und Namensgeber Fürst Leopold Friedrich Franz zu Anhalt-Dessau oder Dr. Franz Münnich, Schuldirektor zur Zeit des Nationalsozialismus.

Außerdem wurden für die Besucher Besichtigungen der historischen Bibliothek, des Katharina-Denkmals, der Sammlung Katharina II. und der Kirchen St. Bartholomäi und St. Trinitatis angeboten. Im Flur des ehemaligen Klosters war ein Buchbasar der Francisceumsbibliothek aufgebaut und vom Förderverein wurden Artikel wie Francisceums-Sweatshirts, T-Shirts, Kulis, Postkarten, Kalender und Gedenkmünzen verkauft.

Ab 19 Uhr stand die Schule dann abermals für alle Ehemaligen zur Verfügung. Es wurde zum "Abend der Begegnung" zwischen verschiedenen Abiturjahrgängen geladen. In der Aula wurde wieder von den 11. Klassen ein Buffet aufgebaut, Christopher Hentrich spielte erneut Klavier. Außerdem hatten sich ehemalige Mitglieder des Schulchores getroffen und trugen am Abend noch einige Lieder vor. Später wurde noch ein Ausschnitt des Films über das Francisceum gezeigt.

Ein passender Abschluss für ein Wochenende, das wieder die unterschiedlichsten Altersgruppen mit ihren Erfahrungen zusammenbrachte. Und alle haben und werden immer eine Erinnerung gemeinsam haben: die Schulzeit am Francisceum.