Aus der Beratung zur Haushaltssituation 2010 entwickelte sich im Loburger Ortschaftsrat eine weitere Diskussion zum Neubau der Turnhalle. Die Standortfrage muss neu beleuchtet werden.

Loburg. Wie es um den Haushalt der Stadt Möckern bestellt ist, erläuterte Bürgermeister Frank von Holly bei der jüngsten Sitzung des Loburger Ortschaftsrates. Mindereinnahmen von 1, 5 Millionen Euro schlagen im Verwaltungshaushalt zu Buche. Selbst die vollständige Streichung aller freiwilligen Ausgaben würde nicht reichen, das auszugleichen, so von Holly. Das Jahr 2009 habe man jedoch besser abgeschlossen, als erwartet. Es bestehe eine Chance auf einen Ausgleich 2010, meinte der Bürgermeister. Im Vermögenhaushalt stellt sich die Frage nach den Prioritäten. Die Maßnahmen in den Kitas Ziepel und Theeßen sollen beendet, das Foyer der Stadthalle Möckern winterfest gemacht werden. Um eine Kreditaufnahme werde man nicht herumkommen.

Der Neubau der Turnhalle Loburg steht im Raum. Nach den Vorstellungen von Hollys sollte der Bau in diesem Jahr beginnen. Allerdings im Sanierungsgebiet, da dann Mittel aus der Stadtsanierung fließen können. Mit 83 000 Euro vom Landkreis und 86 000 Euro aus der Versicherung, die nur noch bis zum Jahresende abrufbar sind, stünden 170 000 Euro als Grundfinanzierung zur Verfügung.

Die Turnhalle im Stadtzentrum zu bauen, bedeute nicht, gegen die Sekundarschule zu sein, machte von Holly noch einmal deutlich. Es seien keine anderen Fördermittel in Sicht, erklärte der Bürgermeister. Er sei nach wie vor überzeugt, dass die Errichtung einer neuen Turnhalle für Loburg eine notwendige Maßnahme ist.

Aus den Mitteln der Stadtsanierung sind es noch 280 000 Euro, die frei verfügbar seien, machte von Holly die Rechnung auf. Ein Teil sei für die Sanierung der Grundschule nach dem Brandschutzkonzept notwendig. In den Folgejahren sind weitere Mittel aus der Stadtsanierung in Aussicht – jedoch nicht für den Standort Kalitzer Weg. Wo da Geld herkommen soll, ist fraglich, da die Stadt voraussichtlich 2011 / 12 kein Haushaltsrecht haben werde, so von Holly. Auch gegenwärtig werde eine eingeschränkte Haushaltsführung praktiziert.

Die Turnhalle müsse an den Kalitzer Weg, meldete sich Gabriele Schmohl ( BCU ) zur Wort. " Die Turnhalle gehört zur Schule ", sagte sie. Schon aus schulorganisatorischen Gründen wäre es nicht günstig, wenn die Turnhalle woanders wäre, zum anderen wäre das ein " böses Signal ". Das könne man keinem vermitteln, auch nicht mit Geldern.

Bernd Kupsch ( BCU ) gab beim Standort des alten Berufsschulhofes den privaten Besitzer zu bedenken, auch wäre kein Platz für Laufstrecke etc. ringsherum. Kupsch erinnerte an Denkmalschutzbestimmungen und meinte einfach : " Die Turnhalle gehört da obenhin " ( an den Kalitzer Weg ).

Die in der Möckeraner CDUOrtsgruppe ausgelöste Diskussion sei wohl etwas falsch angekommen, wollte Jörg Zilski ( WKA ) zunächst anmerken. Es sei nachvollziehbar, dass die Turnhalle einfacher im Innenstadtbereich zu finanzieren sei. Auch Andreas Fischer lenkte ein, dass wahrscheinlich alle begeistert wären, eine Turnhalle im Zentrum zu bekommen, wenn es die Sekundarschule nicht gäbe. Er bemühte die 140 000 Euro, die nach Abzug der 50 Prozent für die Grundschulsanierung blieben. Diese könnten dann allerdings auch nicht in die Sanierung der Burg fließen, erinnerte er an die dort ebenso fehlenden Gelder. Mehrfach hatte er schon darauf verwiesen, dass die Mittel immer nur einmal ausgegeben werden könnten.

Andreas Vogler ( BCU ) machte deutlich, dass es im Moment recht gut für die Sekundarschule aussieht. Für das nächste Schuljahr gebe es 30 Anmeldungen. Dazu kommen weitere zehn Kinder aus Anhalt-Bitterfeld. Es wird sogar zwei Klassen geben. Die Schulentwicklungsplanung werde fortgeschrieben, da wäre auch der Landkreis wieder in der Pflicht, forderte er. Rund 8 500 Euro im Jahr würden die jährlichen Fahrtkosten zum Sportunterricht nach Lindau kosten, gab er zu bedenken.

Der Landkreis hatte die Turnhalle 2009 im Haushalt, erklärte von Holly. Es gab jedoch keine Genehmigung für eine Kreditaufnahme. Der Landkreis konnte also sein Versprechen nicht umsetzen. " In diese Situation möchte ich nicht kommen ", sagte Frank von Holly.

Fakt ist, das Geld für die Turnhalle reicht im Moment nicht bis zum Bauende. " Wir werden einen Baubeginn haben, ohne zu wissen, wie es ausgeht ", erläuterte von Holly. Beim Bau außerhalb des Sanierungsgebietes könne nach Beginn nicht mehr gefördert werden, anders als im Sanierungsgebiet, wo das immer noch möglich ist.

Im Sanierungsgebiet gebe es drei mögliche Standorte, ließ von Holly auf Jörg Zilskis Nachfrage wissen. Andreas Fischer, der es als Signal von Möckern wertete, dass das Foyer der Stadthalle zu Gunsten der Loburger Sporthalle zurückgestellt wird, erbat, dass die Verwaltung die Standorte mit Zahlen belegt, welche Kosten anfallen würden, zwecks Erwerb, Abriss etc.

Die Turnhallendiskussion wird den Ortschaftsrat in seiner nächsten Arbeitsberatung weiter beschäftigen. Frank von Holly erklärte sich bereit, für Gespräche in den Fraktionen, mit den Bürgern oder wo auch immer gewünscht, zur Verfügung zu stehen.