Bis zum 26. Mai ist die Wanderausstellung Ökologischer Landbau des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in der Stärkefabrik in Garitz anzuschauen. Am Dienstagabend wurde sie mit einem kleinen Rahmenprogramm eröffnet.

Garitz. Die Ausstellung informiert über die Besonderheiten bei der Erzeugung und Verarbeitung ökologischer Produkte, der "Bio-Produkte". Besucher sollen sich ein Bild machen, dass sich der ökologische Landbau heutzutage modernster Produktionstechniken bedient und durchaus zeitgemäß ist.

"Es steckt viel drin in der kleinen Ausstellung", sagte Mario Rudolf, der Ortsbürgermeister von Bornum, der die Gäste zur Eröffnung in der Garitzer Stärkefabrik, dem örtlichen Gemeinde- und Veranstaltungszentrum empfing.

Die Ausstellung bedient sich einer Fülle an Elementen, die bewegt, bedient oder befühlt werden können und die Besucher jeden Alters zum Ausprobieren, Mitmachen oder auch zum Raten anregen. Interessante Gestaltungselemente, Bild- und Tontechnik verbinden sich so mit elementaren Sinneserfahrungen. Die Anforderungen eines ökologischen Produktes vom Saatgut bis zur Ladentheke, vom Stall bis ins Gourmet-Restaurant sind nachvollziehbar.

Nachdem Rudolf unter den Anwesenden auch Viola Tiepelmann von der Stadt Zerbst, Dieter Reineck vom Landkreis Anhalt-Bitterfeld und Heinz Vierenklee, den Geschäftsführer des Bauernverbandes "Anhalt" begrüßte, übergab er das Wort an die Geschäftsführerin des Naturpark Fläming, Elke Andrea Ciciewski.

Sie sei erst skeptisch gewesen, die Wanderausstellung nach Garitz zu holen, gab Ciciewski zu. Schließlich sei diese Art zu produzieren in der Region noch nicht so stark verbreitet. Aber gerade deshalb würde die Ausstellung vielleicht doch hierher passen, befand man. Denn es geht ein stückweit um das Aufklären, das Informieren. Die Leute wollen wissen, woher die Produkte kommen, hatte Ciciewski die Erfahrung gemacht, da sei aber nicht unbedingt die ökologische Produktion entscheidend. Keines falls sollte man hier eine Einteilung in Produktion erster und zweiter Klasse vornehmen. Beide Arten seien erste Klasse, meinte sie.

Die Eröffnungsveranstaltung sollte den Rahmen bieten, dass sich einige Erzeuger regionaler Produkte vorstellen. Da nutzte die Familie Kusch-Nerenz die Gelegenheit, etwas über ihren Fläminger Ziegenhof in Zahna zu erzählen. Auch der Bornumer Landwirt Herbert Els machte ein paar Ausführungen zu seiner Tierhaltung. Seit 2002 betreibt er einen eigenen Hofladen und einmal im Monat ist Schlachtetag.

Zu Wort meldete sich auch Kees de Vries aus Deetz, der in seinem konventionellen Betrieb 18 Leute beschäftigt. Ja, er glaube, das ökologischer Landbau auch gut sei. Es liege jedoch nicht an uns Landwirten, gab er zu bedenken. Es liegt an ihnen, wandte er sich an die Leute. Er sei dabei, wenn sich hier eine Nachfrage entwickele.

Als Leiter des Europa-Jugendbauernhofes in Deetz machte Ulrich Weimeister auf seine Einrichtung aufmerksam. Die auf dem Hof erzeugten Produkte werden in der Hausküche verwertet und im eigenen Hofladen angeboten. In Deetz sollen vor allem Kinder den Bezug zur Landwirtschaft lernen. Der Bauernhof werde auch als Arche genutzt für vom Aussterben bedrohte Haustiere, machte er auf eine Besonderheit aufmerksam.

Sowohl die Ausstellung als auch die Vorstellung regionaler Erzeuger soll neugierig machen, erklärte Elke Andrea Ciciewski, bevor sie die Anwesenden zur Verkostung einlud. Hier hatten ihre Mitarbeiterinnen vom Naturpark einige Häppchen zum Probieren zusammengestellt. Da gab es Knäcke mit Zartbitter-Schokocreme und Marillen-Aufstrich, Roggen-Vollkornbrot mit Leberwurst vom Thießener Landhof und einen Käsemix vom Fläminger Ziegenhof. Auf dem Hof wurden dazu noch Spargel aus Bornum und Garitzer Wurstwaren zum Verkauf angeboten.

Die Wanderausstellung in der Stärkefabrik ist täglich von 9 bis 17 Uhr zu besichtigen.

 

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