Zwei Patenschaften über Jungstörche des Loburger Storchenhofes übernahm der SPD-Politiker Ralf Bergmann. Der neunte geschlüpfte Storch dieses Jahres ist gleichzeitig der 1 400. Pflegestorch seit Bestehen der Einrichtung.

Loburg. Auch der strömende Regen hielt am Mittwochnachmittag den Landtagsabgeordneten und umweltpolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Ralf Bergmann, nicht davon ab, gemeinsam mit seiner Fraktionskollegin Nadine Hampel, Sprecherin für Tierschutzpolitik, den Loburger Storchenhof zu besuchen. Die beiden Politiker wollten sich über die Arbeit der Vogelschutzwarte informieren und mit dem Geschäftsführer des Trägervereins, Dr. Michael Kaatz, über die Zukunft der Einrichtung sprechen. Die Bestandssituation der Störche in Sachsen-Anhalt sowie ein landesweites Schutzprogramm für die Störche waren Thema.

Mit dem Storchenhof bestehe schon länger Kontakt, erklärte Bergmann. Auch regelmäßige Gespräche über die Finanzierung der Einrichtung und deren Zukunft gehörten dazu. "Ich habe ein Herz für diese Sparte", so Bergmann, schließlich sei er von Hause aus Biologe und früher selbst viel ornithologisch unterwegs gewesen. Sachkenntnis könne nie schaden, meinte der Politiker, der gerade erst das Land in Sachen Schutzkonzept für den Rotmilan "ein bisschen getrieben" hat und hofft, dass die CDU mitgeht beim landesweiten Schutzkonzept.

Auch Nadine Hampel war nicht zum ersten Mal auf dem Storchenhof, hatte eine Patenschaft über einen Storch, der "Nadine" genannt wurde, übernommen und war bei der Beringung dabei. Eine Patenschaft wollte nun auch Ralf Bergmann übernehmen, um die Arbeit der Vogelschutzwarte persönlich zu unterstützen. Er hatte sogar gleich zwei Patenschaften angemeldet – eine für sich und die andere als Geschenk für seine persönliche Mitarbeiterin Karolina Zukowska.

Die beiden hatten die Qual der Wahl. Neun Jungstörche, geschlüpft seit dem 12. Mai, standen zur Auswahl. Der Jüngste war erst in der Nacht zum Dienstag aus dem Ei gekrochen. Dieser wurde als 1 400. Pflegestorch seit dem Bestehen der Einrichtung registriert. Doch den ließen Bergmann und Zukowska für andere Interessenten.

Dafür wählte sich der SPD-Mann passend zur Parteifarbe den Storch, der mit einem roten Punkt auf dem Kopf markiert war. Seine Mitarbeiterin entschied sich für das Tier, das gerade einen Treffer auf ihrer Kleidung gelandet hatte. Den Namen "Karolina" erhielt Bergmanns Patenstorch, "Frank", wie der Name ihres Freundes, heißt nun der Patenstorch von Karolina Zukowska. Dr. Michael Kaatz händigte den beiden die Patenschaftsurkunden aus.

Die Jungstörche wanderten nach der Zeremonie zurück unter das wärmende Rotlicht. "Wir können stolz auf unsere hohe Schlupfrate sein", machte der Storchenvater Dr. Christoph Kaatz deutlich. Eine Kombination aus Pute und Kunstbrut kam für die Eier zur Anwendung. Das müsse man im Gefühl haben, so Kaatz. Was für eine "Heidenarbeit" die Jungstörche nun machen, erklärt er den interessierten Besuchern gern. Zwischen 3 und 4 Uhr wird die Temperatur kontrolliert, die erste Fütterung erfolgt um 5 Uhr morgens. Danach gibt es den Tag über alle zwei bis zweieinhalb Stunden etwas zu fressen. Deshalb sind auch die Besucher aufgefordert, Regenwürmer für die Kleinen mitzubringen.

Hoch oben auf dem Haupthorst des Storchenhofes liegen inzwischen vier Eier im Nest bei Albert von Lotto und seiner Partnerin Mina. Das Geschehen kann live per Kameraübertragung auf dem Monitor im Naturschutzkabinett als auch unterm Pavillon auf dem Erlebnisplatz verfolgt werden.

Auch bei Magnus und Agatha auf dem Wiesenhorst hatte es vierfachen Nachwuchs gegeben. Doch das Wetter führte zum Verlust von zwei Jungtieren. Der viele Regen ist nicht gut für die Störche, wenn es zu nass im Nest ist. "Das Wetter ist fürchterlich", meinte Dr. Christoph Kaatz, der von allgemein großen Verlusten in der Tierwelt ausgeht. "Es reicht mit dem Wetter", meinte auch Dr. Michael Kaatz, der zu diesem Thema am Mittwoch auch einem Fernsehteam auf dem Storchenhof fachmännische Auskunft gab.

 

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