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Welche internationalen Einflüsse hat Anhalt erfahren und wie wirkte oder wirkt es in die Welt hinaus? Antworten gibt die Ausstellung "Anhalt international".
Dessau-Roßlau l Fast unscheinbar, doch umso mehr von Bedeutung ist das Exponat, das die Schraubenwerk Zerbst GmbH für die Ausstellung "Anhalt International" in der Dessauer Marienkirche zur Verfügung gestellt hat.
Die Stadt Dessau-Roßlau präsentiert gemeinsam mit dem Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt und dem Verein für Anhaltische Landeskunde diese Ausstellung im Rahmen des Landesjubiläums "Anhalt 800".
Das zweiteilige Zerbster Exponat - eine schon seit langem im Unternehmen produzierte Schwellenschraube zur Befestigung von Eisenbahnschienen sowie eine Stiftschraube mit Querbolzen als Befestigungselement an modernen Windkraftanlagen, beide für das In- und Ausland, ist eines der etwa 400, die in der Marienkirche und im Museum für Stadtgeschichte Dessau im Johannbau gezeigt werden.
"Die Ausstellung widmet sich insbesondere der Frage, welche internationalen Mächte und Strömungen auf die Entwicklung der Region Einfluss hatten und welche Aktivitäten und Ideen von Anhalt aus in die Welt gingen", charakterisiert Dr. Andreas Erb, Leiter des Landeshauptarchivs Sachsen-Anhalt, Abteilung Dessau, das Grundanliegen. Er gilt als "Ideengeber" des Projektes.
Die Schau, in deren Vorbereitung unter anderem auch die Zerbster Dirk Herrmann und Annegret Mainzer eingebunden waren, wurde von Prof. Hans Wilderotter, Ethnologe und Kulturhistoriker aus Berlin, konzipiert.
Mehr als 40 Leihgeber aus ganz Deutschland sowie aus Polen, den Niederlanden und den USA, sind gewonnen worden. Die einzelnen Exponate stammen aus Museen, Bibliotheken, vielfältigen Archiven und aus Privatbesitz.
Das Jubiläum Anhalt 800 und damit auch diese Ausstellung, so der Dessauer Oberbürgermeister Klemens Koschig, seien eine große Chance zur Identitätsfindung zu Anhalt im Land Sachsen-Anhalt. Gerade auch, weil es Anhalt administrativ nur noch bei der Landeskirche Anhalts gebe. Und weil das historisch bedingte Territorium schon keine Kompaktheit darstelle und zumal insbesondere bei der letzten Gebietsreform noch einmal recht unüberlegt zusätzlich ver- und zerteilt worden sei.
Deshalb erlebt der Besucher eine weitgespannte Palette von Themen, die sehr bunt und vielschichtig sind, durch die die höchst interessante Geschichte Anhalts beleuchtet wird und die alle Landesteile des Territoriums einbezieht.
Die Marienkirche hat eine weiträumige Ausstellungsarchitektur erfahren. Der unmittelbare Ausstellungszugang erfolgt durch eine Rotunde, in der der Besucher bereits mosaikartig mit Ereignissen, Persönlichkeiten, Errungenschaften und Produkten Anhalts vertraut gemacht wird.
Übergroße Wimpel machen neben anderen auf die Beziehung zwischen Anhalt und Oranien aufmerksam, richten die Aufmerksamkeit der Besucher auf das historisch weitgespannte Thema "Zuwanderung - Abwanderung." Im Detail wird hier die jüdische Emigration aus Anhalt ab 1933 dargestellt, wird der zehntausenden Fremd- und Zwangsarbeiter während des Zweiten Weltkrieges in Anhalt gedacht und ebenso die Lage der in der DDR tätigen "Vertragsarbeiter" aus Vietnam dargestellt.
Natürlich werden durchaus auch bekannte Bereiche thematisiert. Es fehlen nicht die teils regionenübergreifend bedeutenden hin bis Weltgeschichte schreibenden Persönlichkeiten. Wie unter anderem der Stammvater der Askanier, Albrecht der Bär, der Verfasser des Sachsenspiegels, Eike von Repgow, Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau, Katharina II., Johann Friedrich Fasch, Kurt Weill.
Der Besucher erfährt Interessantes anhand von Originalen, Modellen, Gemälden, Grafiken, Fotos, Übersichten, Texttafeln. Zu sehen sind aus Zerbst zum Beispiel auch das Schlossmodell und das Modell des Katharina-Denkmals.
Auch das ist "Anhalt international": Die Erstzüchtung des Deutschen Drahthaardackels erfolgte im 17. Jahrhundert in Anhalt.
Die Ausstellung ist bis zum 30. September geöffnet.
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