Magdeburg. Gern würden Christine Leicht und Corina Lange von der Regenbogenschule gemeinsam mit ihren Schülern am Freitag zur Preisverleihung nach Halle fahren. Schließlich hat die Förderschule an der Hans-Grade-Straße für geistig behinderte Kinder den Sonderpreis beim Wettbewerb "Seid ihr auch Natura - verbunden?" des Sachsen-Anhalter Umweltministeriums gewonnen. "Leider haben wir erst diesen Montag davon erfahren", sagt Lehrerin Leicht.

Für die Schule ist es unmöglich, so kurzfristig eine Fahrt nach Halle zu organisieren. Eines der Kinder sitzt beispielsweise im Rollstuhl. "So ein Ausflug wäre toll, aber das muss geplant werden", sagt Leicht.

Der Preis wird von Umweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU) vergeben. Der Wettbewerb dreht sich rund um das Thema Natur und Naturschutz. Schulen aus dem ganzen Land haben sich beworben. Mehr als 200 Kinder haben Ideen und Exponate eingereicht. Die zwei Mädchen und drei Jungen der Klasse M6a der Regenbogenschule waren bei ihrem Projekt viel unterwegs - in Gärten, auf Wiesen, in Wäldern und Parks. Ihre Erlebnisse haben die Schüler auf Fotos, in Zeichnungen und Collagen festgehalten. Es wurden Blumen gepresst und Marmelade hergestellt. "Es geht darum, das Leben zu lernen", sagt Lehrerin Leicht, die morgen mit ihrer Kollegin nach Halle fahren wird.

Ähnlich überrascht waren Lehrer und Schüler der Integrierten Gesamtschule Willy Brandt (IGS) am Westring. Auch da kam die Einladung des Ministers sehr spät an. In der IGS sind drei Jungs mit ihrer Idee, den Schulhof in eine Art grünes Klassenzimmer zu verwandeln, auf dem zweiten Platz gelandet. "Wir setzen alles daran, dass wir die Schüler mit nach Halle nehmen können", sagt Lehrerin Kathrin Flügel.

Auch wenn das Prozedere insgesamt nicht so kompliziert wie an der Regenbogenschule ist, müssen auch an der IGS Willy Brandt Eltern informiert, Fahrzeuge organisiert werden.

"Wir haben die Schulen zuerst telefonisch informiert", sagt eine Mitarbeiterin des Landesverwaltungsamtes der Volksstimme. Dann habe man die Schreiben rausgeschickt.

Auf die Frage, ob es nicht gerade für eine Schule mit körperlich und geistig behinderten Kindern etwas schwierig sei, innerhalb von vier Tagen eine Fahrt nach Halle zu organisieren, bekam die Volksstimme leider keine Antwort.