Magdeburg. Handwerker, Manager, Logistiker - der Termin für die Präsentation der Cracauer Modellbahnfreunde rückt immer näher, und damit müssen die Hobbybastler wieder ihr Multitalent unter Beweis stellen. Bevor am 7. Februar überhaupt die erste Modellbahn durch fantasievoll gestaltete Landschaften rollen kann, müssen sie erst mal 800 Quadratmeter Teppich in der Sporthalle der Grundschule "Am Pechauer Platz" verlegen. Samt Folie und Verkleben, versteht sich.

Damit nichts und niemand rutscht, die Anlagen sicher stehen und der Parkettboden kratzfrei bleibt. Das Geiche nach Ausstellungsschluss am Sonntagabend wieder zurück - das allein sei schon ein Kraftakt, berichten die Vereinsmitstreiter. Einer von so vielen, die nötig sind, damit drei Tage lang kleine Bahnen aus ganz Deutschland groß in Fahrt kommen können. Monatelang haben die gastgebenden Cracauer Modellbahnfreunde auf ihre Jahresausstellung 2014 hingearbeitet. Mit Vereinen verhandelt, die in Magdeburg ausstellen sollen, Unterkünfte besorgt, ebenso die Transporte der Anlagen und vieles mehr.

Am Dienstagabend sitzen die Hobbybastler um Klaus Kosch, Klaus-Dieter Thiele, Andreas Rudolph und Jürgen Tornack dennoch zufrieden und entspannt in ihrem Vereinssitz in der Halberstädter Straße - das Programm für die diesjährige Ausstellung vom 7. bis 9. Februar steht. Und der Verein mit seinen insgesamt 16 Mitstreitern freut sich auf die mittlerweile 16. Schau, zu der er gar Spektakuläres zeigen will. "Da werden sicher manche Besucher große Augen machen", ist sich Klaus Kosch sicher.

Beispiel: Der Nachbau der historischen Trümmerbahn Berlin von Modellbahner Dieter Frisch aus Berlin. Sie zeigt Schuttberge, kaputte Häuser, die S-Bahn-Arkaden und natürlich die Bahn, die einst Berge von Trümmern aus der kriegszerstörten Stadt schleppte. "Wirklich beeindruckend. So was habe ich bis dahin auch noch nicht gesehen", gesteht Modellbauer Jürgen Tornack. Auch die Magdeburger kennen die Anlage noch nicht. Sie wird hier zum ersten Mal gezeigt. So wie viele weitere Höhepunkte der Ausstellung.

Hier ein paar Beispiele:

Der "Rasende Roland": Die Mecklenburger stellen ebenfalls eine besondere Modellbahn aus - den "Rasenden Roland" Göhren/Rügen. Das H0e-Modell der Wittower Fähre mit einem Echtwasserbecken zeigt ein Motiv von der alten Schmalspurstrecke Bergen-Altenkirchen auf Rügen. "Das sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen", findet Kosch.

Die Rübelandbahn: Harzfans aufgepasst! Hier kann man Bekanntes wiederentdecken. Die Freunde vom Modellbahnerclub BMC Blankenburg bringen ihren Nachbau der Rübelandbahn mit. Die Anlage (Nenngröße H0) ist 18 Meter lang.

Bestaunen können Besucher den Abschnitt von Michaelstein bis Hüttenrode.

Außerdem zu Gast: die Modulbaufreunde Peine, der Arbeitskreis Modelleisenbahn Dessau e. V., der BMC Blankenburg e.V., die Schmalspuranlage A. Lohmann aus Egeln u. v. a.

Sonderausstellung Puppenstuben: "Weil sie im letzten Jahr so gut ankam, haben wir sie diesmal erweitert", erzählt Klaus Kosch. In geräumiger Wohnstubengröße von 36 Quadratmetern zeigt der Modellbahn-, Modellbau- und Puppenverein Neupetershain eine Puppenstadt mit mannshohen Puppenhäusern als Marktplatzszene.

Wettbewerb der Heimanlagen: Die kleinste passte in eine Pralinenschachtel. "Mal sehen, was wir diesmal geboten bekommen", freuen sich Kosch und seine Mitstreiter auf den beliebten Heimanlagenwettbewerb, der zum 4. Mal bestritten wird. Platz für ein paar kleine Vertreter wäre noch, aber interessierte Modellbauer müssten sich alsbald melden.

Workshop für Wissbegierige: Klaus Kosch und seine Vereinskollegen wollen Gästen vermitteln, wie Modellbahnbau mit einfachen Mitteln funktioniert. Ein kleiner Lehrgang zur Gestaltung von Landschaften und zur Steuertechnik.

Messeneuheiten:
Nur eine Woche nach der Nürnberger Spielwarenmesse werden auf der Magdeburger Modellbahnschau schon einige Neuheiten präsentiert.

Kinderecke: Für die kleinsten Besucher der Schau gibt es eine extra Spiel- und Bastelecke; natürlich dreht sich auch hier alles um die Minibahnen.

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