Magdeburg (pl) l Der Vogelgesangpark soll so bleiben, wie er ist. Das jedenfalls schlägt die zuständige Rathaus-Verwaltung vor. Grund dafür ist ein Antrag, der Ende vergangenen Jahres von der CDU-/Bund-für-Magdeburg-Fraktion in den Stadtrat eingebracht wurde. "Umnutzung des Vogelgesangparks" heißt das Papier. Man wollte wissen, ob es möglich sei, im öffentlich zugänglichen Teil des Parks Vogelvolieren oder Tiergehege aufzustellen - sozusagen als "tierischen Willkommensgruß" vor dem Zooeingang.

Und die Erweiterung des Zoos in den Park würde möglicherweise den Lautstärke-Konflikt mit Anwohnern im Norden des Zoos entschärfen. Der Oberbürgermeister wurde vom Stadtrat mehrheitlich aufgefordert, die Sache durch seine Verwaltung prüfen zu lassen. Das hat er getan, und am Dienstag lag dann der Prüfbericht des zuständigen Baubeigeordneten Dieter Scheidemann in der Bürgermeisterberatungsrunde vor.

Kern der Stellungnahme ist ein Bebauungsplan (Nr. 121-2) für den Vogelgesangpark, der zurzeit in Arbeit sei. Im März soll der Plan dem Stadtrat zur Abstimmung vorgelegt werden, er habe dann alle notwendigen Beteiligungsverfahren durchlaufen.

In diesem Bebauungsplan ist fixiert, dass der südliche Teil des Vogelgesangparks als öffentliche Grünfläche festgelegt werden soll. Die Folge: Dort darf nichts gebaut werden, der Park bleibt öffentlicher Park.

Der nördliche Teil des Parkgeländes soll als "Parkanlage Zoo" festgeschrieben werden. Er gehört dann zwar mit in den Bereich des Zoos und seine Planungen, aber auch hier soll per Klausel festgelegt werden, dass dort keine festen Tiergehege gebaut werden dürfen. Eine "Tierhaltung ohne Gebäude" sei zulässig - also vielleicht Gatter und Tierpräsentationen. Öffentlich zugänglich muss aber auch der nördliche Teil des Parks bleiben.

Baubeigeordneter Scheidemann fasst es in seiner Vorlage zusammen: Durch eine tiergärtnerische Nutzung des derzeit öffentlich zugänglichen Teils der Parkanlage würde der Bevölkerung eine wichtige Grünanlage entzogen. Der Charakter der Parkanlage würde grundsätzlich verändert, die Standortbedingungen des Baumbestandes würden beeinträchtigt und ein wesentlicher Teil der Grünsubstanz ginge verloren.

Wichtig aus städteplanerischer Sicht sei auch, dass der Vogelgesangpark ein Gartenbau-Denkmal ist. Die Anlage wurde 1845 vom Hofgärtner Rudolph Schoch entworfen und in den folgenden Jahrzehnten dann in entsprechender Weise angelegt.

Zum Park gehörten nicht nur der eindrucksvolle Baumbestand, sondern auch Stauden-, Heide- und Dahliengärten. Erst seit 1951 entwickelte sich aus anfangs einem Heimtiergarten der jetzige Zoo.

Diese Entwicklung habe den Vogelgesangpark aus denkmalpflegerischer Sicht schon stark verändert, würden jetzt noch die Reste des Parks für Tiergehege genutzt, würde vom eigentlichen Parkkonzept aus dem 19. Jahrhundert nichts mehr sichtbar sein. Auch stehe der Park unter Denkmalpflege, dürfe folglich nicht im Aussehen verändert werden.

Am 20. März soll der Stadtrat über die Sache beraten.