Magdeburg l Das Hochwasser ist längst verzogen - allerdings auch in den Köpfen vieler Menschen, meint Ortsbürgermeister Günther Kräuter. "Aber nicht bei uns." In Randau und Calenberge habe man aus dem jüngsten Hochwasser wieder gelernt. Und will noch besser vorbereitet sein. Feuerwehrmann Tim Schell hat dem Ortschaftsrat jetzt einen Vorschlag gemacht. Es sollte sich für Randau, Calenberge und auch Pechau eine Art "schnelle Eingreiftruppe" von Bürgern bilden, die sich mit dem Notbefestigen von Deichen auskennt.

Ziel könnte es sein, diese Gruppe durch Seminare, Workshops und Übungen mit der Funktionsweise und dem notfallmäßigen Bewehren der Deiche in Ostelbien vertraut zu machen. "Wir haben beim Hochwasser im Sommer festgestellt, dass die allermeisten Helfer am Anfang nicht genau wussten, was sie machen sollten", erinnert sich Kräuter. Wenn es so eine Truppe gäbe, die sich gut auskennt, könne sehr viel kostbare Zeit gespart werden. Ortschaftsrat und Bürgermeister wollen jetzt ausloten, wie diese Deichsicherungsgruppe aufgebaut werden kann und welche rechtlichen Dinge dabei zu beachten wären.

Und noch ein zweites Problem wollen der Ortschaftsrat und Kräuter verstärkt im Auge behalten und auch etwas Druck machen. Es geht um den Umflutkanal, der östlich von Randau-Calenberge verläuft und im Hochwasserfall einen Teil der Fluten der Elbe aufnehmen und um die Gemarkung herumführen soll. Im Bereich von Magdeburg und dem Jerichower Land sei der Kanal in einem guten Zustand, im Zuständigkeitsbereich von Schönebeck dagegen nicht, so Kräuter. Gestrüpp und Bäume würden dort überhandnehmen. "Wir konnten während des Hochwassers sehen, dass sich dort das Wasser gefährlich gestaut hat." Man müsse folglich in intensive Gespräche mit Schönebeck kommen, damit die Stadt ihren Teil des lebenswichtigen Umflutkanals in Ordnung bringe, formuliert es der Ortsbürgermeister diplomatisch.