Für die Ansiedlung des schwedischen Möbelhauses Ikea gibt es wieder Hoffnung. Die Stadtverwaltung und der Konzern haben Gespräche aufgenommen. 10 Standorte sind in der engeren Wahl.

Magdeburg l Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) hat Volksstimme-Informationen über neue Gespräche mit dem Möbelhauskonzern bestätigt: "Ja, wir sprechen miteinander", sagte der Sozialdemokrat. Damit gibt es nach mehr als zwei Jahren Funkstille zwischen Stadt und Konzern wieder einen direkten Kontakt. Die Ansiedlung des Möbelhauses wird von vielen Magdeburgern gewünscht, von manchen sogar herbeigesehnt. Auf Facebook gründete sich dafür sogar schon eine eigene Fan-Gruppe. Doch vorwärts ging es nicht. Die Möbelhauskette hatte in den vergangenen Jahren immer wieder erklärt, weitere Standorte zu prüfen. Konkrete Aussagen zu Magdeburg gab es aber nie. Zurück blieben lediglich Spekulationen. Fakt ist nun: Im Dreieck der Ikea-Standorte Berlin, Braunschweig und Günthersdorf an der A 9 ist eine mögliche Ansiedlung in Magdeburg nicht mehr ausgeschlossen.

Traditionsreich wie die Diskussionen um eine Ansiedlung von Ikea in der Landeshauptstadt ist auch die Zurückhaltung seitens des Konzerns. Von der Pressestelle ist zu erfahren, dass Magdeburg nach wie vor in den Planungen für eine mittelfristige Ansiedlung eine Rolle spiele.

Spannende Diskussion zu erwarten

Die Stadtverwaltung hat eine Liste mit zehn Standorten erarbeitet, die den Kriterien des Möbelmarktes nahekommen. Eine gute Verkehrsanbindung sowie eine "Sichtbarkeit des Marktes" von einer Autobahn bzw. einer wichtigen Durchgangsstraße gehören zwingend dazu.

Über die zehn Standortvorschläge hüllt sich die Verwaltung in Schweigen. Die Volksstimme kennt aber mindestens drei Standorte, die auf der Liste stehen: Die westliche Freifläche im Gewerbegebiet Pfahlberg zwischen "Sconto" und "Höffner" gehört dazu. Ebenso das Areal westlich des Hauptbahnhofes an der Maybachstraße und auch die bereits diskutierte Ostseite des Uniplatzes ist vorgemerkt. Die Gespräche sollen nun auf Grundlage der Vorschläge fortgesetzt werden. Ob es tatsächlich zu einer Ansiedlung kommt, ist aber dennoch völlig offen.

Allerdings hatte Ikea selbst 2013 angekündigt, in Deutschland in den nächsten 10 bis 15 Jahren 20 neue Möbelmärkte eröffnen zu wollen. Standorte wurden nicht genannt. Die jüngsten Märkte stehen in Hamburg-Altona und Lübeck bzw. werden dort gebaut. 46 Einrichtungen gibt es bereits in Deutschland, die jährlich von rund 100 Millionen Kunden besucht werden.

Darüber hinaus setzt die Kette nicht mehr nur auf ein reines Möbelverkaufshaus. Neuerdings integriert Ikea in seine Einrichtungshäuser auch sogenannte Fachmarktzentren. Dabei bauen die Schweden nach eigenen Angaben Gebäude und vermieten die Geschäftsräume an verschiedene Einzelhändler, zum Beispiel Elektronikfachmärkte, Geschäfte für Baby- oder Tierbedarf, Fahrräder, Sportzubehör und vieles mehr. Dieses erweiterte Profil könnte allerdings auch zum Hindernis werden, sollte es zu einer Ansiedlung in Stadtrandgebieten kommen. Handelt es sich um ein Sortiment, das Kaufkraft aus der Innenstadt abziehen könnte, dürfte es eine spannende Diskussion geben. Insbesondere aus diesem Grund hatte es im Zuge von Gerüchten um eine Ikea-Ansiedlung in Magdeburg bereits eine ganze Reihe von Kritikern gegeben.

Vorerst aber ist zu sagen: Es handelt sich zunächst um Sondierungsgespräche und noch nicht um Verhandlungen. Mehr nicht - aber auch nicht weniger müssen Möbelhausfans und -kritiker bezüglich eines Magdeburg-Standorts zur Kenntnis nehmen. Seite 1

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