Magdeburg l Die Gerüchte über einen Mann, der Kindern auf dem Werder nachstellt, haben sich laut Polizei nicht erhärtet. Kritik bekräftigten die Ermittler noch einmal an den von mehreren Schulen verschickten Warnbriefen.

Während der vergangenen Tage sind zusätzliche Streifen und Beamte auf dem Werder unterwegs gewesen. "Wir haben auch mehrere Zeugenbefragungen durchgeführt", sagt Beatrix Mertens, Sprecherin der Polizeidirektion Nord. "Die Hinweise haben sich nicht verdichtet", so Mertens weiter. Nach Informationen der Volksstimme sollen die Zeugenaussagen zum Teil widersprüchlich gewesen sein.

Was war passiert? Mittwoch vergangener Woche soll ein Schulkind auf dem Weg nach Hause bedrängt worden sein. Ein Mann habe das Kind verfolgt und angesprochen. Das Kind habe aber unbeirrt seinen Weg fortgesetzt und habe die elterliche Wohnung unbeschadet erreicht. Die Mutter informierte die Polizei und am Folgetag die Schulleitung.

Die Grundschule am Elbdamm verschickte daraufhin Hunderte Warnbriefe an die Eltern (siehe Foto). Über soziale Netzwerke verbreitete sich die Geschichte wie ein Lauffeuer. Auch andere Schulen wie etwa die Grundschule Brückfeld zogen nach, schickten ähnliche Briefe. "Grundsätzlich raten wir, in solchen Fällen zuerst mit der Polizei zu sprechen", bekräftigte Polizeisprecherin Mertens noch einmal die Kritik am Verhalten der Grundschulen. Betonte auch, dass die Polizei so einen schwerwiegenden Verdacht immer ernst nehme.

Die Leiterin der Grundschule Am Elbdamm, Simone Tietge, bestätigte der Volksstimme, dass inzwischen Ermittler in der Schule gewesen seien. Die Kritik an der Briefaktion weist sie zurück. "Ich habe die Pflicht, die Eltern zu informieren. Ich würde wieder so handeln", so Simone Tietge weiter.

Öffentlich äußern zu dem Vorfall wollte sich die Schulleiterin der Grundschule Brückfeld gegenüber der Volksstimme nicht, bestätigte aber, dass Anfang März an der Schule ein schon länger geplantes Sicherheitstraining stattfinde.