Magdeburg l Das Marteria-Konzert in der Magdeburger Stadthalle am vergangenen Wochenende hat für einen Konzertbesucher möglicherweise noch ein Nachspiel. Ein Gast hatte während des Konzerts mitten im Publikum eine bengalische Fackel gezündet. Wie Christian Thees vom Veranstalter Mekka Events der Volksstimme auf Nachfrage bestätigte, wurde der Besucher noch während der Veranstaltung des Hauses verwiesen. "Wir distanzieren uns ganz klar von dieser Aktion", so Thees.

Mehr als 3000 Besucher waren zum Konzert des Rappers gekommen. Der Künstler gehört zu den derzeit bekanntesten und erfolgreichsten Musikern Deutschlands. Auf seinem neuen Album gibt es ein Lied ("Bengalische Tiger"), das sich unter anderem um Pyrotechnik dreht. Darin heißt es: "Und ich stell mich unter das rote Licht. Gib mir Schutz in meiner Hand Pyro". Bei dieser Textstelle zündete ein Besucher in Magdeburg tatsächlich ein Leuchtfeuer. Ähnliche Aktionen soll es auch bei Konzerten in Rostock und München gegeben haben. Laut Veranstalter sei das aber nicht Teil der Show gewesen. "Wir haben davon nichts gewusst", sagte Thees der Volksstimme. Offenbar konnte der junge Mann die Pyro-Technik aber trotz strenger Einlasskontrollen mit in den Saal schmuggeln. "Wir führen keine Leibesvisitationen durch", so Thees weiter. Man habe noch am Konzertabend die Personalien des Mannes aufgenommen. Sollten der Stadthalle Schäden entstanden sein, wolle Mekka Events, die sich in die Stadthalle eingemietet hatten, Kosten zu 100 Prozent an besagten Besucher weiterleiten.

Wie gefährlich es sein kann, Pyrotechnik in geschlossenen Räumen zu zünden, umgeben von mehr als 3000 Besuchern, betont auch Magdeburgs Feuerwehrchef Helge Lagenhan. "Wir nehmen diesen Vorfall sehr ernst und werden das noch genau auswerten", sagte er der Volksstimme. Bei großen Veranstaltungen sind im Rahmen des Sicherheitskonzeptes auch immer Feuerwehrleute vor Ort und nehmen die Veranstaltung vorher ab.

Pyrotechnik ist vor allem immer im Fußballkontext ein Streitthema. Vereine bekommen häufig deftige Strafen vom Deutschen Fußballverband aufgebrummt, wenn in den Fankurven gezündet wird. Nur finden Fußballspiele im Freien statt. Bengalos, die beim Abbrennen mehrere Tausend Grad heiß werden können, sind in geschlossenen Räumen um ein Vielfaches gefährlicher. Nicht zuletzt wegen der Rauchentwicklung.

Doch offenbar können bei bestimmten Veranstaltungen in der Stadthalle die Rauchmelder deaktiviert werden. Ob das auch am Sonnabend der Fall war, konnte weder bei der Stadthalle noch bei der Messe- und Veranstaltungsgesellschaft jemand beantworten. Auch Fragen der Volksstimme, ob der Vorfall möglicherweise irgendwelche Konsequenzen für den Besucher haben könnte, blieben unbeantwortet. Sprecherin Simone Rauhut sagte auf Nachfrage lediglich, dass man natürlich froh sei, "dass nichts passiert ist".