Magdeburg l Wer in den vergangenen Tagen am Eike-von-Repgow-Denkmal vorbeikam, sah eindrucksvoll, wie wichtig die Arbeit der Baumpfleger vom Eigenbetrieb Stadtgarten und Friedhöfe (SFM) ist. Denn dort, direkt neben dem Carl-Miller-Freibad und oberhalb des Gehwegs in Richtung Hasselbachplatz war vorvergangene Woche ein Baum gefällt worden. Nur dass von diesem Baum für jeden sichtbar nur noch die äußere Hülle existierte.

Durch Abklopfen der Pappel war eine Baumkontrolleurin des SFM im vergangenen November auf den "hohlen Vogel" aufmerksam geworden. "Im Rahmen regulärer Baumpflegearbeiten hatte sie einen starken Hohlklang im Stamm und im Stammfuß bemerkt", berichtet Rathaussprecherin Cornelia Poenicke auf Volksstimme-Nachfrage.

Daraufhin wurde der Baum einer eingehenden Untersuchung mit einem Resistographen, einem speziellen Bohrmessgerät, unterzogen. Mit einer langen, sehr schmalen Nadel wird dabei der Baum angebohrt und so die "Restwandstärke" ermittelt. Ergebnis der Probebohrung: Holzfäule hatte die Pappel von innen quasi "aufgefressen". Diese wird durch holzzersetzende Pilze hervorgerufen, in der Regel sind das Weiß- oder Braunfäulepilze. Sie bauen u.a. die Cellulose im Stamm ab und lassen ihn nach und nach hohl und porös werden. Der Baum selbst stirbt dadurch aber nicht ab, so dass er rein äußerlich gesund wirkt.

"Als Folge der Zersetzungsprozesse war die Restwand des Baumstammes durchgängig sehr dünn, wodurch die Stand- und Bruchsicherheit nicht länger gewährleistet werden konnte", erklärt Poenicke weiter. Um Passanten und Badegäste nicht zu gefährden, wurde die Pappel Ende Februar gefällt. Am Dienstag wurden auch die Stammreste abgeholt.