Magdeburg l Die Magdeburger Polizei hat einen mutmaßlichen Spielhallenräuber gefasst. Dem Mann wird vorgeworfen, am 19. Februar eine Spielothek an der Schönebecker Straße überfallen zu haben.

"Wir haben wirklich sehr viele Leute im Tatumfeld befragt", kommentierte Polizeisprecherin Beatrix Mertens gegenüber der Volksstimme. Der Zugriff erfolgte am frühen Mittwochnachmittag in der Wohnung des 56-jährigen Magdeburgers an der Straße Alt Fermersleben.

Was war laut Polizei passiert? Der Mann ging Mitte Februar mit einem Messer bewaffnet in die Spielothek. Von der 46-jährigen Angestellten forderte er die Herausgabe des Bargeldes. Die Mitarbeiterin war gerade mit dem Hochfahren der Spielautomaten beschäftigt. Als sich die Frau hinter den Tresen retten konnte, ließ der Mann von ihr ab und flüchtete ohne Beute zu Fuß.

Am Tag nach der Tat startete die Polizei eine Öffentlichkeitsfahndung. Auch die Volksstimme veröffentlichte ein Standbild aus der Überwachungskamera der Spielothek. In Tatortnähe verteilte die Polizei Handzettel. "Wir haben richtig Klinken geputzt", sagt Mertens. Die Beamten hatten schließlich den Tipp bekommen, dass der Mann in einem bestimmten Supermarkt öfter einkaufe. Eine Kassiererin meldete sich bei der Polizei, als der Mann wieder auftauchte. Gestellt wurde der 56-Jährige schließlich in seiner eigenen Wohnung. Bei einer Durchsuchung fanden die Beamten auch das Messer, das er bei der Tat benutzt haben soll. Auch die braune Umhängetasche, die auf dem Überwachungsvideo zu sehen ist, konnten die Einsatzkräfte sicherstellen.

In einer ersten Vernehmung hat der Mann laut Polizei die Tat gestanden. Wie erste Recherchen ergeben haben, soll der Mann auch ein Wiederholungstäter sein. Schon einmal habe er in Sachsen-Anhalt versucht, Geld zu erpressen. Wie und wann konnte gestern nicht abschließend geklärt werden. Nach der aktuellen Tat muss sich der Magdeburger nun wegen versuchter räuberischer Erpressung vor Gericht verantworten.