Magdeburg l Seit Mitte März ist die moderne Blitzer-Technik im Einsatz. Und wird im Rathaus als wichtiger Beitrag zu mehr Sicherheit im fließenden Verkehr angesehen. Rund 280 Messstandorte sind eingerichtet, in allen Stadtteilen ist Rasern zur Vorsicht zu raten.

842 Autofahrer waren zu schnell, 800 von ihnen müssen ein Verwarngeld zahlen. Gegen 42 Verkehrsteilnehmer werden Bußgeldverfahren eingeleitet. Das ist die Bilanz der Geschwindigkeitsmessungen, die das Ordnungsamt bislang durchgeführt hat, erklärt Stadtsprecherin Cornelia Poenicke auf Nachfrage der Volksstimme. "Im Schnitt lagen die Verwarngelder bei 20 Euro", sagt Poenicke.

So sehr sich die Stadtverwaltung auch auf die Verkehrssicherheit beruft, kann sie den finanziellen Aspekt nicht ganz von der Hand weisen. Summa summarum werden voraussichtlich 16000 Euro in Kürze in die Stadtkasse fließen - wenn die Verkehrssünder bereitwillig bezahlen.

Bis 20 Stundenkilometer mehr gibt es ein Verwarngeld. Darüber drohen Bußgelder, Punkte in Flensburg und Fahrverbot. "Der schnellste Autofahrer wurde in der Sohlener Straße mit 98 Stundenkilometern in einer 50er-Zone gemessen", berichtet Cornelia Poenicke.

Die Verkehrskontrollen des Ordnungsamtes erfolgten zu den unterschiedlichsten Zeiten. Offiziell erfolgen laut Stadt die Kontrollen montags bis freitags von 6 bis 20 Uhr. Bislang seien noch keine Geschwindigkeitskontrollen am Wochenende erfolgt. "Sie sind aber für die Zukunft vorgesehen", ergänzt Poenicke.

Mit dem neuen Blitzgerät beschäftigt sich auch die Netzgemeinde, die sich bei Facebook austauscht. Kritiker reden von der "Geldspritze". "Reine Abzocke der Stadt, mal wieder", schreibt ein Autor in dem sozialen Netzwerk. Eine andere Teilnehmerin meint: "Dieser Blitzer ist der absolute Blödsinn." Zudem sind einige Autofahrer darüber verärgert, dass auch an Stellen geblitzt wird, die keine von der Stadtverwaltung benannten Schwerpunkt-Gebiete (Wohngebiete, Straßen vor Schulen und Kindergärten, Tempo-30-Zonen) sind. Kommentar der Stadt: "Bei den Kontrollen finden die Mitarbeiter des Stadtordnungsamtes weitgehende Zustimmung der Bürger im Umfeld."

Einfluss auf die Arbeit der Polizei habe der städtische Blitzer übrigens nicht, erklärt Polizeisprecher Frank Küssner auf Volksstimme-Nachfrage. Auch die Polizei wird weiterhin Geschwindigkeitskontrollen auf den Magdeburger Straßen durchführen. Es gebe aber Abstimmungen mit der Stadt, um sich nicht zu überschneiden. Inwieweit sich das Fahrverhalten der Autofahrer geändert habe, könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.