Magdeburg l Seit gut drei Monaten laufen die Sanierungsarbeiten parallel an zwei Brücken im Dichterviertel. Sowohl an der Immermannstraße als auch an der Gerhart-Hauptmann-Straße sind die Tiefbauer zugange, um die in die Jahre gekommenen Bauwerke für die nächsten Jahrzehnte fit zu machen.

Derzeit sind die Stuckateure vor Ort, um das Brückengeländer wieder zu installieren. Thomas Rudolph verputzte gestern Vormittag vorsichtig den Säulenkopf auf der nordöstlichen Ecke. Während die sogenannten Kapitellen auf der westlichen Brückenseite im Original erhalten werden konnten, mussten die beiden auf der gegenüberliegenden Seite neu abgeformt werden. Jede Kapitelle zeigt vier Frösche an jeder Ecke. Auch die Säulen darunter wurden komplett aus Beton gegossen. "Die alten waren schlicht hinüber", meint ein Kollege, während Rudolph die Übergänge verputzt.

Baustelle an der Immermannstraße noch bis Juli

Die Brücken entlang der Goethestraße wurden im Zuge der Begradigung der Schrote in den 1920er Jahren erbaut und sind somit inzwischen gut 90 Jahre alt. Angesichts des gestiegenen Verkehrsaufkommens war eine Sanierung dringend notwendig. Abriss und Neubau kam für die Stadt nicht infrage. Deshalb werden die fünf Brücken zwischen Europaring und Olvenstedter Straße in den kommenden Jahren nach und nach auf Vordermann gebracht. Eine lastverteilende Platte wird auf die Brücke aufgebracht. Sie verteilt das Gewicht der darüber donnernden Autos und Lkw besser und soll das Bauwerk dadurch entlasten.

Die Arbeiten an der Immermannstraße sollen noch bis Mitte Juli andauern, an der Hauptmannstraße werden sie in den kommenden Wochen beendet. Nach den beiden steht 2015 die Sanierung der Brücke in der Friesenstraße an sowie entweder die in der Wilhelm-Klees-Straße oder Schillerstraße. Die übrig gebliebene folgt dann ein Jahr später.

Für einen kurzzeitigen Baustopp und einiges Aufsehen hatte die Sanierung an der Hauptmannstraße gesorgt, weil dort ein herrenloses Kabel gefunden wurde. Es wurde kurzerhand durchgetrennt. Weil sich niemand wegen eines stummen Telefons o.ä. meldete, geht die Stadt davon aus, dass es aus DDR-Zeiten stammt.