Magdeburg l Gespannt fiebern sie dem 6. Dezember entgegen. Nicht, weil sie sich so sehr auf den Nikolaus freuen, sondern weil an diesem Tag eine Film-Premiere stattfinden soll; und zwar die Premiere ihres ganz eigenen Projektes: "Merry Xmess".

"Merry Xmess" erzählt als Kurzfilm die Geschichte dreier Menschen, deren private oder berufliche Sorgen auch am Heiligen Abend nicht aus der Welt verschwinden. "Weihnachten bringt viele Klischees mit sich: Alle sind glücklich, alle haben sich lieb und alles ist gut. Doch die Realität sieht anders aus. Diese Probleme werden im Film aufgegriffen", erzählt Produktionsleiterin Janine Dornbusch. Dabei bildet das Thema Weihnachten lediglich den Rahmen der Geschichte, während im Mittelpunkt doch eigentlich die kritische Betrachtung der heutigen Zeit steht. "Der Film soll eben die Augen öffnen, dass es nicht überall nur grün und rot ist", ergänzt Regisseur Florian Ziegler.

Die Idee und Umsetzung des Projektes wird dabei nahezu komplett von den Studierenden getragen, die von der Planung über die Organisation der Filmcrew bzw. Schauspieler bis hin zur Postproduktion und dem Marketing alle Aufgaben in Arbeitsteilung selbst übernommen haben oder koordinieren. Auch das Drehbuch stammt aus der Feder des 27-jährigen Robert Gryczke, der wie seine Kommilitonen Journalistik/Medienmanagement studiert.

Mit den konkreten Planungen zur Umsetzung haben die Studierenden bereits im Sommer 2013 begonnen, so dass auch der fünftägige Dreh Ende März dieses Jahres stattfinden konnte. Gedreht wurde dabei am Damaschkeplatz, in einer Privatwohnung an der Berliner Chaussee, in den Büroräumen der Festung Mark sowie in der Uniklinik, die sogar einen echten OP-Saal und OP-Bekleidung zur Verfügung gestellt hat. "Für mich war das ein richtiges Highlight. Eine realistische Location, die man nicht jeden Tag hat", schwärmt Janine Dornbusch. Doch die Arbeit ist natürlich noch nicht zu Ende. Es fehlen noch der Feinschnitt sowie die Anpassung von Ton und Farbe, außerdem wird ein Soundtrack komponiert. Ende September soll der Film dann fertig sein.

Damit dies ohne Probleme gelingt, hat das Team, das sich ohne finanzielle Gegenleistung ans Werk gemacht hat, vor kurzem eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben gerufen, deren Einnahmen in die Finanzierung der Postproduktion und Distribution fließen sollen. Das Ziel war, 1500 Euro zu sammeln, die auch den Darstellern in Form einer kleinen Aufwandsentschädigung zugutekommen sollten. Doch leider kamen nur 345 Euro zusammen. Da der Zielbetrag nicht erreicht wird, bekommt jeder seinen Sammelzuschuss zurück. "An dieser Stelle ein riesen Dankeschön an alle, die an das Projekt geglaubt und es unterstützt haben. Leider ist unser Experiment Crowdfunding damit erst mal beendet", sagt Janine Dornbusch. Allerdings: Das Filmprojekt lebt natürlich trotzdem weiter. Janine Dornbusch: "Die Postproduktion und Distribution des Films müssen wir jetzt zwar allein stemmen, aber wir werden alles tun, was wir im Rahmen unserer Möglichkeiten können, um den Film zu einem super Abschluss zu bringen." Die Filmemacher freuen sich aber weiter über jede Art von Unterstützung. Kontakt gibt es über merry-xmess@snoozefilm.de.