Magdeburg l "Und jetzt kräftig ziehen!" Die Höhenretter um Hauptbrandmeister Andreas Schmalstieg legen sich kräftig ins Zeug, um den Patienten auf der Trage und den Begleitmann auf und ab zu bugsieren. Eine Übung - wie so oft. Aber unerlässlich, damit im Ernstfall jeder Handgriff sitzt. Es ist eine Mannschaftsleistung von Profis bei der Berufsfeuerwehr. Im Team der Höhenretter ebenso wie bei den Brandlöschtrupps, der Tauchergruppe, dem Rettungsdienst oder den Tierrettern.

Rund 270 Mitarbeiter bilden heute die große Gemeinschaft der Magdeburger Berufsfeuerwehr, ausgerüstet mit modernster Technik. Erst vor kurzem ist eine moderne Drehleiter in der Wache Nord in Dienst gestellt worden. Ein echtes Multitalent für die Einsätze. "Es macht uns immer auch ein bisschen stolz, was wir so vorweisen können", meint Hartmut Greulich, der auch selbst Einsätze leitet.

Greulich kennt sich aus in der Feuerwehrhistorie, hat mit anderen Kollegen die Geschichte der Magdeburger Berufsfeuerwehr aufgearbeitet. Diese wurde am 1. Juli 1874 gegründet, als es in der Stadt zu immer mehr Bränden vor allem in Fabriken kam. "Damals brauchte man 24 Leute, um eine Pumpe mit Handspritze zu bedienen, heute steuert ein Maschinist das Löschfahrzeug mit 3 bis 4 Rohren", so Greulich. Die Zeiten von ledernen Löscheimern und Pferdekutschen, die die Löschwagen zogen, sind also längst vorbei. Der Rückblick allemal spannend. Gelegenheit dafür gibt es beim ersten Tag der offenen Tür am morgigen Sonnabend in der Feuerwache Süd an der Otto-Lilienthal-Straße 5. Sie öffnet anlässlich des 140. Geburtstages der Berufsfeuerwehr und 110. Jahrestages des Rettungsdienstes als Erste ihre Pforten. Von 10 bis 17 Uhr wird in der Wache Süd zu Führungen, Informationen, Technikvorführungen und Übungen eingeladen.

Eine Woche später, am 12. Juli, macht dann die Wache Nord an der Peter-Paul-Straße von 9 bis 17 Uhr ihre Türen weit auf für Besucher.