Magdeburg l Nachdem am Tag zuvor Oberbürgermeister Lutz Trümper aufgrund des unerwarteten Bombenfundes in der Innenstadt die offizielle Eröffnung der Schimpansen-WG in relativ kleinem Kreis vollzogen hatte, durfte gestern Leon Wahl noch einmal an die Schere. Der Fünfjährige war erst am Donnerstag offiziell Mitglied im Förderverein der Magdeburger Zoofreunde geworden und eröffnete nun gleich solch einen "Meilenstein", wie Zoochef Kai Perret das Haus nannte.

Passend im Tier-T-Shirt gekleidet schnitt Leon mit ihm sowie dem Fördervereinsvorsitzenden Thomas Rolle das Band ein zweites Mal durch, diesmal im Beisein der "normalen" Besucher. Neugierig erkundeten sie sogleich das neue Menschenaffenhaus und waren hin und weg. Sätze wie "Schau mal, da ist `Wubbo`" zeigten: Hier sind treue Zoofans.

"Das Haus ist astrein. Herzlichen Glückwunsch dazu", sagte eine Dame zu Perret. Er erklärte ihr, dass es für "Wubbo" etwas ganz Besonderes gewesen sei, das neue Haus zu betreten. "Er kannte gar kein Gras als Untergrund und hat sich erst nicht drauf getraut", erzählte er.

Mehrere Klassen, die den letzten Schultag für einen Zooausflug nutzten, stürmten das Haus und drückten sich die Nasen an den Scheiben platt. Eine ältere Dame sucht verwirrt die größere Gruppe mit acht Tieren. Durch die Weite der Anlage kommt man in der Tat schnell durcheinander. Wenn die Schimpansen die beiden Außenanlagen wechseln, muss man sie erst einmal wiederfinden.

Nach der Eröffnung der Schimpansen-WG und der baldigen Fertigstellung des benachbarten Madagaskar-Hauses gibt es aber kein Durchatmen: Im alten Zuhause von "Wubbo" wird bereits kräftig gewerkelt. Ein Teil der maroden Dachkonstruktion ist bereits abgetragen. Panzerglasscheiben und Schieber wurden ausgebaut und im neuen Haus quasi recycelt, erzählt Perret. Über den Winter werden die Arbeiten fortgesetzt. Die einstigen Innengehege werden im Frühsommer schließlich eine Außenanlage für eine Gruppe Mandrills aus dem Zoo Münster sein. Bis jetzt gibt es dagegen auch noch keine Einwände von Anwohnerseite. "Endlich können dann auch die Glaserker vernünftig genutzt werden", freut sich der Zoochef. Von dort hat man dann einen idealen Blick auf die neue Flamingoanlage.

   

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