Magdeburg l Neue elektronische Anzeigentafeln an viel genutzten Haltestellen der Magdeburger Verkehrsbetriebe MVB bestimmen zunehmend das Bild. Allerdings zeigt diese "dynamische Fahrgastinformation" derzeit kaum mehr, als was ohnehin im Fahrplan nachzulesen ist. Sprich: Wenn sich eine Bahn verspätet, wird dies nicht angezeigt. Wie die Volksstimme berichtete, muss dazu erst noch ein neues Leitsystem installiert werden.

Auf die Nachfrage der Volksstimme, wann dies der Fall sein wird, sagt MVB-Sprecher Tim Stein: "Das neue System ITCS - Intermodal Transport Control System - wird derzeit installiert. Dazu werden unsere Verkehrsleitstelle und alle Straßenbahnfahrzeuge und Busse umgerüstet."

Danach werde es auch möglich sein, Echtzeitdaten an den neuen Anzeigen zur Information der Fahrgäste darzustellen. "Im September werden wir mit dem Testbetrieb starten. Im Oktober können wir wahrscheinlich dann das System in vollem Umfang in Betrieb nehmen", skizziert der MVB-Sprecher den Fahrplan für das neue System.

Aktualität auch für den INSA-Fahrplan im Internet

Profitieren werden von der Neuentwicklung nicht allein jene, die an jenen Haltestellen auf Bus oder Bahn warten, die mit einer neuen elektronischen Anzeige ausgestattet sind. Auch jene, die sich via Internet auf Insa, dem Fahrplanservice der Nahverkehrsgesellschaft Sachsen-Anhalts unter www.insa.de einwählen, werden dann die minutengenauen Abfahrtzeiten erfahren, selbst wenn diese vom regulären Fahrplan abweichen.

Der Grund, warum trotz neuer Anzeigen bislang keine genaue Anzeige möglich war: Die von den MVB genutzte Software ist in die Jahre gekommen. Und zwar dermaßen, dass nicht einmal mehr eine Aktualisierung möglich gewesen wäre. Die Verkehrsbetriebe hatten sich die Technik um die Wendezeit im Jahr 1990 zugelegt. Damals war an die technischen Möglichkeiten der Kommunikation von heute kaum zu denken.

Ortung per Satellit sorgt für eine große Genauigkeit

Beim neuen System setzen die MVB auf die Kommunikation via Satellit: Alle 20 Sekunden werden dann die Daten über GPS in die Leitstelle in der Zentrale mit Sitz im MVB-Gebäude an der Otto-von-Guericke-Straße übermittelt.

Zwar lieferte das alte Leitsystem durchaus Informationen über die Position der einzelnen Fahrzeuge - allerdings wurden die mit Sensoren nur an wenigen Positionen am Streckennetz abgefragt. In ganz Magdeburg gibt es gerade einmal 56 der entsprechenden Baken. Die Folge: Die Daten waren viel zu lückenhaft, um die minutengenauen Fahrzeiten der MVB-Fahrzeuge zu bestimmen und auf den elektronischen Tafeln anzeigen zu können. Mit dem neuen System hoffen die MVB auch einem anderen Ärgernis Herr zu werden: Dann soll es auch möglich sein, über die Gründe für Ausfälle von Fahrzeugen zum Beispiel aufgrund von Havarien oder Unfällen zu informieren. Die Anzeigen werden an Haltestellen installiert, an denen besonders viele Menschen einsteigen.