Die Festung Mark wurde am Sonnabend zum Treffpunkt für Fans der großen DDR-Rock-Legenden. Das Impro-Festival hatte eingeladen und viele Hundert Magdeburger kamen.

Altstadt l Klassen-oder Ehemaligen-Treffen, Wer-kennt-(noch)-wen-Party, Klassik-Rock-Show á la DDR-Musikszene - das Impro-Open-Air am Sonnabend in der Festung Mark hätte viele solcher Namen haben können und es war mit Sicherheit von allem etwas.

Das feierlaunige Publikum bestand zum größten Teil aus Magdeburgern, die mit den Bands auf der Bühne vor allem eines verband: ihre Jugend in der DDR. Die war, was die Rockmusik angeht, gerade auch in Magdeburg eine aufregende - vor allem im legendären Café Impro, das dem Festival seinen Namen gab. Diesen Treffpunkt, in dem der Jazz, Rock und Blues gelebt und manchmal auch erlitten wurde, braucht man den Magdeburgern nicht mehr zu erklären.

Es war am Sonnabend eine Mischung aus musikalischen Heimspielen und einem Wiederhören mit Bandgrößen aus der "ganzen Republik". "Crossfire" und "Charlies Crew" gehöten mit zu den Lokalmatadoren, "Pankow", "Karussell" und "Engerling" zu den anderen.

Es war feinste Rockmusik, die den Zuhörern geboten wurde. Immer noch frisch und professionell gespielt, dazu mit viel Ansprache an das Publikum - mal mehr, mal weniger, so wie es die Bands bereits vor Jahrzehnten auch gemacht hatten. Dazwischen die Blödel-Barden von "MTS", Vollblut-Musiker mit dem Hang zum Satirischen, aber auch zum derben Witz und zum Kalauer, immer aber Künstler des leichten Wortspiels. Sie hatten die Lacher und das Publikum schnell auf ihrer Seite.

Organisator Holger Drews und Magdeburgs Kabarett-Urgestein Frank Hengstmann füllten mit Leichtigkeit die Umbaupausen zwischen den Bands. Dabei gelang es besonders Frank Hengstmann immer wieder, das besondere "Magdeburg-Gefühl" anzusprechen ("Ich liebe mein Magdeburg!") und die Waage zwischen ein wenig DDR-Nostalgie und dem Sinn dafür, warum die DDR dann doch ein Auslaufmodell war, zu halten.

Die großen Rock-Legenden "räumten" dann im Laufe des Abends musikalisch "ab" und begeisterten ihr Publikum. Dabei erwiesen sich viele Magdeburgerinnen und Magdeburger immer noch als ausgesprochen textsicher. Dem Wetter wurde zwischenzeitlich tapfer getrotzt, auch hatten die Organisatoren mit einem riesigen "Regenschirm", der fast den gesamten Innenhof der Festung überdacht, dafür gesorgt, dass das Open-Air-Feeling an diesem Abend nicht zu sehr überstrapaziert wurde.

 

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