Wie weiter mit dem ÖPNV in der Region? Der Verkehrsverbund Marego setzt unter anderem auf einen interaktiven Fahrplan im Internet.

Altstadt l Tag der offenen Tür in der Franckestraße 1 - das Maskottchen, der "Fahrkarter Carlo", mischt sich unter die Gäste. Rede und Antwort steht an diesem Tag auch Bernd Adelmeyer, Geschäftsführer des 2010 ins Leben gerufenen Tarifverbunds. Am Verbund sind Verkehrsunternehmen in Magdeburg und den benachbarten Landkreisen beteiligt - darunter auch die Magdeburger Verkehrsbetriebe und die Elbe-Saale-Bahn der Deutschen Bahn. Ziel ist neben einheitlichen Tarifen auch, den Umstieg zwischen den beteiligten Unternehmen zu erleichtern. Daher gibt es fast nur noch Tickets mit dem Marego-Aufdruck - die dann auch den Tarifzonen entsprechend in den Fahrzeugen der anderen Unternehmen gelten.

Der Vernetzungsgedanke scheint anzukommen. Von 2011 bis 2013 stieg die Zahl der Fahrgäste in den beteiligten Unternehmen um 2,4 Prozent auf 40,5 Millionen - obwohl die Zahl der Einwohner in dem Gebiet um rund 14 000 auf 700 000 gesunken ist und obwohl es beim Stichwort Tarifanpassung sich im Wesentlichen um Preiserhöhungen handelte. Bernd Adelmeyer: "Uns ist ja klar, dass Preiserhöhungen keine Begeisterungsstürme hervorrufen. Aber angesichts steigender Kosten kommen wir an diesen eben nicht vorbei." Nach den jeweiligen Preiserhöhungen jedenfalls habe es keine Einbrüche bei den Fahrgastzahlen gegeben. Im Einsatz sind insgesamt 529 Fahrzeuge vom Bus bis zur Eisenbahn, die 32,4 Millionen Fahrplankilometer im Jahr bewältigen.

Um weitere Menschen von Bus und Bahn zu überzeugen, soll der Komfort weiter erhöht werden. Bereits umgesetzt ist dazu ein interaktiver Netzplan im Internet, über den sich bequem Fahrpläne ermitteln lassen. Darüber hinaus, so Bernd Adelmeyer, geht es um die Optimierung von Angeboten. Dazu wird das Fahrkartensortiment mit dem anderer Verkehrsverbünde verglichen. Adelmeyer: "Bislang arbeiten wir unter dem Grundsatz, möglichst einfache und leicht verständliche Angebote zu unterbreiten." Auch soll der Kontakt mit den Fahrgästen verbessert werden - ein erster Schritt in diese Richtung war der Tag der offenen Tür. Und nicht zuletzt geht es darum, Schwachstellen im eigenen Liniennetz zu finden und nach Wegen zu suchen, wie diese Stellen besser an den ÖPNV angebunden werden können. In Magdeburg sind Randbereiche wie Beyendorf-Sohlen oder der Pfahlberg, aber auch einzelne Stadtviertel wie die Beimssiedlung diesbezüglich interessante Punkte. Ein Mitarbeiter des Verkehrsverbunds wird sich diesen Fragen in den kommenden Monaten widmen. Bernd Adelmeyer sagt: "Klar ist aber, dass die Verkehrsunternehmen in unserer Region mit ihren Mitteln haushalten müssen und sich daher nicht alle Wünsche erfüllen lassen."

Dass nicht alle Träume zu 100 Prozent wahr werden können, beweist übrigens auch das Carsharing-Projekt. Bei Einführung vor einem Jahr war die Rede von 100 bis 120 Kunden, die binnen Jahresfrist für die Kombikarte von ÖPNV und Teil-Auto gewonnen werden sollten. Derzeit liegt die Zahl der Kunden bei 40. Beirren lassen wollen sich davon weder Marego noch Teilauto. Bernd Adelmeyer sagt: "Ein solches Angebot muss sich erst einmal rumsprechen. Und wir sind überzeugt, dass die Kundenzahlen steigen werden - nur eben nicht so schnell, wie ursprünglich erhofft." Auch Teilauto, das seine Magdeburger Anlaufstelle bei Marego in der Franckestraße 1 hat, ist optimistisch: Die Zahl der in Magdeburg stationierten Autos soll weiter erhöht werden.

Marego ist unter www.marego-verbund.de im Internet zu erreichen.