Magdeburg l In den kommenden Jahren soll auf dem freien Grundstück an der Julius-Bremer-Straße 3 die Neue Synagoge Magdeburg gebaut werden. Dafür dürften Fördermittel fließen - aber die Synagogengemeinde zu Magdeburg und der Förderverein für den auf sechs Millionen Euro geschätzten Neubau müssen auch selbst einen erheblichen Anteil aufbringen. Mit der Reihe "Musik für eine Neue Synagoge" soll davon ein Teil im Rahmen von Benefizkonzerten gesammelt werden. Premiere für die Kooperation von Magdeburgischer Philharmonie und dem Kulturhistorischen Museum ist der dieser Sonntag, 9. November, 18 Uhr. Veranstaltungsort ist der Kaiser-Otto-Saal des Museums in der Otto-von-Guericke-Straße 68 bis 73. Auf dem Programm stehen Samuel Barbers Adagio for Strings, Tänze der Renaissance, israelische und andere Lieder, Jean-Baptiste Singelées Fantaisie Brillante sowie Darius Milhauds Scaramouche.

Museumssprecherin Freya Paschen sagt: "Wir haben natürlich bewusst den Jahrestag der Pogromnacht von 1938 gewählt." Seinerzeit hatten Magdeburger die Alte Synagoge verwüstet, ein Jahr später war sie abgerissen worden. Dieser Abriss war der jüdischen Gemeinde in Rechnung gestellt worden.

Der Neubau einer Synagoge sei nicht nur eine jüdische Angelegenheit. "Vielmehr verstehen wir dieses Projekt als Symbol, das über die Grenzen der Landeshauptstadt Magdeburg hinaus wirkt. Die neue Synagoge ist ein Symbol dafür, dass Menschen jüdischen Glaubens in Magdeburg willkommen sind", heißt es in der Ankündigung. Die Idee zur Kooperation sei am Rande einer Ausstellungseröffnung aufgekommen. Freya Paschen sagt: "Natürlich gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, im Rahmen von Benefizveranstaltungen wichtige Projekte zu unterstützen. Für dieses haben wir uns aber entschieden, da es einen direkten Bezug zur Magdeburger Geschichte hat."

Für den Eintritt werden Spenden ab zehn Euro pro Konzertbesucher gesammelt - die Museumssprecherin hofft aber, dass sich die Zuhörer am Abend des 9. November sehr viel freigiebiger geben und nach ihren Möglichkeiten spenden. Platz ist im Kaiser-Otto-Saal für 200 Zuhörer.

Bereits in den vergangenen Wochen hatte es Veranstaltungen zugunsten des Synagogenneubaus neben dem Ratswaage-Hotel gegeben. Wie Freya Paschen informiert, sind die Benefizkonzerte der Konzertreihe "Musik für eine neue Synagoge" künftig mit den anderen Terminen abgestimmt. Der Kaiser-Otto-Saal werde künftig zwei bis drei Mal im Jahr von der Magdeburgischen Philharmonie für entsprechende Konzerte genutzt.