Magdeburg l Angeblich soll unter dem Mietvertrag für die neue Magdeburger Spielbank nur noch eine Unterschrift fehlen. Die Vertragsdetails seien zu 99 Prozent geklärt, heißt es. Offiziell gibt es von der Gauselmann-Gruppe nur die Antwort, dass noch in diesem Monat eine Entscheidung fallen soll.

Zur Auswahl stehen zwei Standorte. Eine Immobilie liegt in einem Gewerbegebiet am Pfahlberg neben der Autobahn, die andere zwischen Dom und Hasselbachplatz am Breiten Weg. Für beide Standorte gibt es bereits positive Bauvorbescheide der Stadt.

Obwohl ein Standort in der Nähe des Hasselbachplatzes von vielen als weitere Innenstadtbelebung angesehen werden würde, soll der Favorit des Unternehmens am Pfahlberg liegen. Das hat die Volksstimme aus unterrichteten Kreisen erfahren. Eine offizielle Bestätigung von der Gauselmann-Gruppe dafür gibt es allerdings nicht.

Fällt die Entscheidung tatsächlich für den Standort Pfahlberg, würde das Unternehmen seiner Sachsen-Anhalt-Linie treu bleiben. Erst kürzlich wurde die Spielbank in Günthersdorf/Leuna eröffnet - ebenfalls in einem Gewerbegebiet an der Autobahn.

Die Merkur Sachsen-Anhalt GmbH - die zur Gauselmann-Gruppe gehört - hatte 2013 nach europaweiter Ausschreibung den Zuschlag zum Betrieb von Spielbanken in Sachsen-Anhalt erhalten. In Magdeburg gab es bis zur Schließung 2011 am Ulrichplatz eine Spielbank. 2009 hatte das Land die Spielbanken in Magdeburg, Halle und Wernigerode privatisiert. Die israelisch-zypriotische Firma "Dare to Dream" kaufte - und geriet wenig später in Finanznöte und musste wieder schließen.

Während nun die neue Spielbank in Günthersdorf/Leuna längst offen ist, gibt es um den Standort in Magdeburg seit Wochen Rätselraten. Zwischenzeitlich soll sogar Schönebeck im Gespräch gewesen sein. Von der Stadt gibt es zur aktuellen Standortfrage keine Auskunft. Es lägen keine Informationen vor, wie sich das Unternehmen entschieden habe, heißt es aus dem Rathaus.

Doch es gibt auch generelle Kritik an den Spielbanken. Denn laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gelten allein in Sachsen-Anhalt rund 15 000 Menschen als spielsüchtig.