Magdeburg l "Das Auto meiner Frau ist zwölf Jahre alt. Ich kann nicht verstehen, warum jemand den Wagen anzündet", so Jörg Triebel, der in Sichtweite des Parkplatzes wohnt, auf dem der Kleinwagen vollkommen ausbrannte. Anders als bei den beiden Brandanschlägen in der Vorwoche, bei denen vier neuwertige Fahrzeuge in Brand gesetzt wurden, handelt es sich bei den vier jetzt ausgebrannten sowie den zwei mit geringen Schäden und zwei unbeschädigten Pkw um Autos überwiegend älteren Baujahres. Ein Nachbar, der aus der Spätschicht kam und vom Balkon aus auf die Flammen aufmerksam wurde, habe Jörg Triebel alarmiert. "Aber da war es schon zu spät", bedauert er. Die Bilanz der Brandnacht für die Familie: ein abgefackelter Kleinwagen, ein außerplanmäßiger Urlaubstag "und die vielen Wege, die wir nun erledigen müssen, um den Vorfall der Versicherung zu melden und den Schrott abholen zu lassen". Zum Glück sei der Wagen über eine Kaskoversicherung abgesichert gewesen.

Dies können Mirko Kramm und Jessica Prehn nicht von ihren Autos sagen. Ihre beiden Ford Mondeos zählen zu jenen vier Fahrzeugen, die ausbrannten. Für die Familienmutter ein Schlag ins Gesicht: "Ich bin geschockt, kann es noch gar nicht glauben. Das Auto habe ich seit September 2013 und bin darauf angewiesen. Gerade zur Weihnachtszeit brauche ich doch das Geld", so Jessica Prehn. Mirko Kramm beunruhigt noch etwas anderes: "Dass nun so viele Autos angesteckt wurden, macht Angst. Auch die Tatsache, dass die Brandanschläge an verschiedenen Stellen in Neu-Olvenstedt vorgenommen werden und es nun so viele sind."

Gegen 2.20 Uhr ist der Polizei am Mittwoch gemeldet worden, dass an der Johannes-Göderitz-Straße Autos in Flammen stehen. Einsatzkräfte der Feuerwehr rückten aus, um die Brände im Wohngebiet zu löschen. Die Freiwillige Feuerwehr Olvenstedt war mit zwei Löschfahrzeugen zuerst vor Ort, da hätten sich zwei auf der Straße geparkte Fahrzeuge nahe einem mehrgeschossigen Wohnblock bereits in Vollbrand befunden, so Wehrleiterin Annette Siedentopf. Mit Löschschaum habe man versucht, "die Flammen zu ersticken und ein Übergreifen auf umliegende Fahrzeuge zu verhindern", so die Wehrleiterin zum Einsatz an der Johannes-Göderitz-Straße, bei dem auch die Berufsfeuerwehr im Einsatz war und ein Übergreifen der Flammen auf andere Fahrzeuge verhinderte. Besonders bei älteren Fahrzeugen sei Schaum zum Löschen effektiver.

Bei drei Brandnächten binnen sieben Tagen kann von einer Serie gesprochen werden: Erstmals brannten am 19. November zwei Autos am Scharnhorstring. Dabei handelte es sich um Fahrzeuge der Wohnungsbaugenossenschaft "Otto von Guericke", die im Zuge von Diskussionen um die Unterbringung von Flüchtlingen am Bruno-Taut-Ring in die Schlagzeilen geraten war. Einen unmittelbaren Zusammenhang zum Brandanschlag gebe es nicht, so die Polizei auf Nachfrage.

Zwei Tage später, am 21. November, standen ein BMW und ein Mercedes in der Düppler Mühlenstraße in Flammen. Die Polizei geht jeweils von Brandstiftung aus. Eine Ermittlungsgruppe wird eingerichtet. Außerdem werde die Präsenz in Neu-Olvenstedt verstärkt, kündigt Sprecherin Beatrix Mertens an.

"Ich hoffe, dass die Polizei bald Erfolg hat und die Serie aufklärt", so Mirko Kramm. Vor etwa zwei Monaten habe er festgestellt, "dass jemand versucht hat, mein Auto anzustecken". Er habe dies aber "nicht so ernst genommen und daher nicht der Polizei gemeldet".

Vier Autos brennen aus

Magdeburg | Erneut sind Autos in Magdeburger Stadtteil Neu-Olvenstedt ausgebrannt. Die Polizei geht von Brandstiftung aus und gründete eine Ermittlungsgruppe.


  • Quelle: Matthias Strauß


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