Magdeburg l Parkplatz "Zur Blauflügligen Ödlandschrecke" soll das neue Areal heißen, scherzte Oberbürgermeister Lutz Trümper Freitagmittag bei der offiziellen Eröffnung des nunmehr befestigten Parkplatzes im Elbbahnhof. Das Insekt hatte bei der Erschließung der ehemaligen Brache am Schleinufer vor über zehn Jahren dafür gesorgt, dass die bereits damals geplante Asphaltierung abgeblasen werden musste. Sein Lebensraum wäre dadurch zerstört worden, hatte das Umweltamt argumentiert.

Der Platz erhielt für ca. 150000 Euro eine Schotterschicht, die sich bei jedem größeren Regenguss erst in eine Seen- und anschließend eine Schlammlandschaft verwandelte. Weil die Autos dennoch dort parkten, suchte die Ödlandschrecke das Weite. Zehn Jahre später wurde keine Spur mehr von ihr gefunden, der Weg zur Befestigung war frei. Weil es keine Fördermittel gab, entschied die Stadt im Frühjahr auf eigene Rechnung zu bauen.

Seit Anfang September waren die Mitarbeiter von Bauunternehmer Bernd Busse aktiv und haben 316 Stellplätze (inklusive zehn Behindertenplätzen) sowie drei Busparkplätze angelegt. Weitere gut 430000 Euro wurden nun verbaut. Weil auf den Bauhöfen der Stadt gelagerte Pflastersteine für die einzelnen Stellplätze genutzt wurden, konnten circa 130000 Euro eingespart werden, die andernfalls für deren Neubeschaffung fällig gewesen wären, rechneten Trümper und Busse vor. Je nach Nutzung des Parkplatzes durch die Magdeburger soll sich die Investition in drei Jahren amortisiert haben, erklärte das Stadtoberhaupt zudem.

Sonntagsparken kostenlos

28 neue Bäume kamen zudem in die Erde. Ebenfalls "gepflanzt" wurden auch sieben Automaten, da der Parkplatz ab sofort kostenpflichtig sein wird. Er befindet sich in der "roten" Parkzone, eine Stunde Parken kostet somit 50 Cent, die maximale Tagesgebühr liegt bei 3 Euro. Seit der entsprechenden Entscheidung im Stadtrat am vergangenen Donnerstag gilt die Gebührenpflicht von Montag bis Sonnabend von 8 bis 20 Uhr, beim Sonntagsausflug kann das Auto kostenfrei abgestellt werden.

Das Areal ist laut OB Trümper noch nicht ganz fertig. Zunächst wird eine größere Fläche an der Zufahrt begrünt. Weiterhin ist geplant, die am Schleinufer gelegene historische Mauer zu sanieren, u. a. sollen dort die auf dem Werder abmontierten Geländer wieder angebracht werden. Bis 2017 soll außerdem ein Geh- und Radweg angelegt werden, der vom Parkplatz aus in nördlicher Richtung zum Schleinufer führt, wie Petra Witter, Sachgebietsleiterin Neubauplanung im Tiefbauamt, erklärt.

Von dem neuen Parkplatz, der das gesamte Quartier Elbbahnhof abrundet, würden Ziele wie die Gruson-Gewächshäuser, das Gesellschaftshaus und der Stadtpark profitieren, so Trümper.

Die in der Vorwoche angekündigten Parkautomaten für die Straßen im Elbbahnhof werden voraussichtlich im 1. Quartal 2015 aufgestellt und der "blauen" Parkzone zugeordnet.