Magdeburg l Für ein großes Gebiet im Stadtteil Sudenburg zwischen Sudenburger Wuhne und Halberstädter Straße soll ein neuer Bebauungsplan entwickelt werden. Die Stadtverwaltung hat es vorgeschlagen, und der Stadtrat hat dies noch im Dezember beschlossen.

Nun ist keineswegs mit einer großflächigen Neubebauung dieses Gebiets zu rechnen - eher im Gegenteil. Es geht um die Sicherung der vorhandenen Strukturen. Bereits vor der Stadtratssitzung hatte Baudezernent Dieter Scheidemann so auf die Vorgärten in der Wolfenbütteler Straße verwiesen. Diese sollen gesichert werden - was allerdings ohne rechtliche Grundlagen wie eben ein allgemeiner Bebauungsplan ungleich schwieriger sei. Gerade dann, wenn seitens von Bauinteressenten Ideen eingebracht werden, die nicht so recht in das städtebauliche Konzept für das Viertel passen wollen. Im Beschluss steht daher als ein Planungsziel die Neubebauung entsprechend der bisherigen Mindestgeschosshöhen - so denn die alte Bebauung nicht erhalten werden kann.

Stellflächen für Autos und Grünflächen für Menschen

Auch die Ausweisung von Stellflächen für Autos soll im zu erarbeitenden Bebauungsplan Thema sein. Und auch die Sicherung der vorhandenen Grünflächen und womöglich sogar deren Erweiterung.

Während der der Dezember-Stadtratssitzung vorangehenden Bauausschusssitzung hatte SPD-Stadtrat Denny Hitzeroth die Frage aufgeworfen, warum die Fichtestraße nicht in dem Gebiet enthalten sei - obwohl hier ähnliche städtebauliche Qualitäten schützenswert seien. Heidrun Bartel vom Stadtplanungsamt erläuterte, dass dies nicht notwendig sei, das es sich beim Bereich der Fichtestraße um ein "stabiles Gebiet" handele. In einer gänzlich anderen Richtung war beim Bauausschuss der CDU-Stadtrat Reinhard Stern vorgestoßen: Er gab zu Protokoll, dass er das Gebiet für den Bebauungsplan für zu groß und damit für schwer zu handhaben hält. Denn mit einer schweren Handhabung stiegen auch die Kosten, so der Christdemokrat. Klar ist nämlich auf jeden Fall: Wie bei einem Bebauungsplan für ein konkretes Vorhaben muss auch "Sudenburg-Nord" den üblichen Weg bis zu einem möglichen Beschluss im Stadtrat und damit bis zur Gültigkeit durchlaufen. Und dies bedeutet, dass unter anderem die Träger öffentlicher Belange angehört werden müssen und Bürger ihre Hinweise im Zuge der Auslegung einbringen können.

Bei allem städtebaulichen Eifer hat die Diskussion um das nördliche Sudenburg ein weiteres Thema tangiert: Es geht um Ausgleichsflächen für Industriebebauung und um fehlende Grünanlagen im nördlichen Sudenburg. Auch wenn der Umweltausschuss im Zusammenhang mit dem neu zu erdenkenden Bebauungsplan eine Schaffung von Ausgleichsflächen im Stadtteil gefordert hat, sieht die Verwaltung dafür keine Möglichkeit - und konnte davon auch die Mehrheit des Stadtrats überzeugen. Grund: Bei Ausgleichsflächen für die Versiegelung von Flächen sollte es sich nicht um Blumenbeete handeln, die mit Müh und Not zwischen bestehende Bauten gequetscht werden. Vielmehr sollen - so die Verwaltung - die Ausgleichsflächen naturnahe und vom Menschen möglichst wenig genutzte Räume sichern. Dazu fehle in dem Gebiet zwischen Halberstädter Straße und Sudenburger Wuhne schlicht und ergreifend der Platz.