Magdeburg l Nach dem Brand eines Mehrfamilienhauses an der Kleinen Straße am vergangenen Freitag hat die Polizei die Ermittlungen abgeschlossen. "Wir gehen von fahrlässiger Brandstiftung aus", sagte ein Polizeisprecher. Einen technischen Defekt könne man genauso wie vorsätzliche Brandstiftung ausschließen. Allerdings könne man nicht mit Sicherheit sagen, was den Brand ausgelöst habe. "Der Schaden ist so hoch, dass man das nicht mehr hundertprozentig feststellen kann", so der Sprecher weiter. Das heißt: Von der Silvesterrakete über eine Kerze bis zu einem Zigarettenstummel kann alles den Brand ausgelöst haben.

Inzwischen haben sich auch die ersten Versicherungs-Gutachter die Wohnungen angeschaut und begonnen, die Schäden zu dokumentieren. Auch das Bauordnungsamt der Stadt war noch einmal in dem Brandhaus. Wahrscheinlich muss das Dachgeschoss der erst 2010 sanierten Fachwerkvilla komplett abgetragen werden. In dem Haus sind selbst in unteren Etagen wegen des Löschwassers Zwischendecken eingestürzt. "Hier muss bestimmt alles entkernt werden", sagte ein Bewohner. Insgesamt wird der Schaden auf drei bis vier Millionen Euro geschätzt.

Nach Informationen der Volksstimme hat sich eine Familie aus dem Haus Anfang dieser Woche direkt an den Oberbürgermeister gewandt und um Hilfe gebeten. Die Familie soll im Urlaub von dem Brand erfahren haben. "Wir wurden gebeten, bei der Wohnungssuche zu helfen", bestätigte Stadtsprecherin Kerstin Kinszorra. Mittlerweile soll die Familie wie auch andere Bewohner aus dem Haus in einer Wohnung der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) untergekommen sein.

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