Magdeburg l Ein Bauantrag, in dem es um die weitere Gestaltung des Floraparks geht, steht am 12. Februar auf der Tagesordnung des Bauausschusses. Die Stadtverwaltung empfiehlt den Stadträten, diesem zuzustimmen. Inhalt: Der Eigentümer möchte einen knapp 1500 Quadratmeter großen Bereich im nordwestlichen Bereich des Gebäudekomplexes neu nutzen. Einziehen soll an dieser Stelle eine Art Outlet - eine Handelsform also, die ohnehin eher in Außenlagen erfolgreich ist und damit keine Konkurrenz zur Innenstadt darstellen dürfte, so die Argumentation im Bauantrag. In Innenstadtlagen seien solche Verkaufskonzepte eher unüblich, da sie mit niedrigen Verkaufspreisen für auf großen Flächen angebotene Waren arbeiten, heißt es in dem Antrag.

Für die jetzt behandelten 1500 Quadratmeter war bereits ein Sportfachmarkt genehmigt, der jetzt aber doch nicht mehr eingerichtet werden soll.

Dieter Scheidemann ist Baubeigeordneter der Landeshauptstadt und erläutert die Zustimmung der Verwaltung: "Eine solche Umnutzung einer Gewerbefläche muss genehmigt werden. Erst nach einer Genehmigung können bauliche Veränderungen zum Beispiel in der Raumaufteilung und an den Brandschutzeinrichtungen vorgenommen werden."

Die derzeit diskutierten Wünsche der Eigentümer nach einer Umnutzung seien - selbst wenn sie über die vor vielen Jahren beschlossenen Verkaufsflächen hinausgehen - unproblematisch: "All diese Veränderungen sind in den vergangenen Jahren unter Beteiligung des Stadtrats genehmigt worden." Eine neuerliche Genehmigung würde im Prinzip nur den Ist-Zustand für die Zukunft sichern, so der Baubeigeordnete weiter. Dieter Scheidemann sagt: "Es ist ja allein schon ein Gebot der Fairness, sich in einem solchen Fall nicht in den Weg zu stellen."

Ob damit die große Umgestaltung des Floraparks eingeleitet wird, steht allerdings in den Sternen - handelt es sich doch bei 1500 Quadratmetern nur um einen kleinen Teil der Flächen des Einkaufszentrums. Dass die Neugestaltung nicht wie lange geplant schon begonnen hat, sorgt bei einigen Kunden durchaus für Verdruss. Volksstimme-Leserin Margit Jäger - nach eigenem Bekunden früher eine Vielnutzerin des Floraparks - kritisiert beispielsweise, dass bezüglich neuer Geschäfte nicht viel passiert sei. Vielmehr habe sich der Eindruck verfestigt, dass hier so etwas wie ein Veranstaltungscenter entsteht. "Dass sich diese Events auch auf die Preise niederschlagen werden, ist wohl vielen nicht bewusst", schreibt Margit Jäger.

Klar gemacht hatte das Centermanagement des Floraparks jedenfalls bereits vor Monaten, dass das Einkaufszentrum entsprechend den Entwicklungen im Handel und den Wünschen der Kunden folgend in einigen Bereichen neu ausgerichtet werden muss. Neben der Gestaltung des Programms gehört dazu auch eine Umgestaltung der Ladenstraßen - die Volksstimme berichtete. Der Knackpunkt in der Diskussion entzündete sich daran, dass anstelle eines Baumarktes hier unter anderem Textilien gehandelt werden sollen.

Der Florapark ist nach Nova Eventis in Günthersdorf bei Halle und vor dem Bördepark im Süden Magdeburgs das zweitgrößte Einkaufszentrum Sachsen-Anhalts.