Magdeburg l Bei vielen Menschen reicht das Geld nicht zum Leben. Um Obdachlosigkeit und Wohnungsnot zu mindern, ist das Sozialsystem gefragt. Zuschüsse füe Geringverdiener gibt es in verschiedenen Formen. Ein wichtiges im Sozialgesetzbuch I geregeltes Instument ist das Wohngeld - ein auch in Magdeburg wichtiger Faktor der Sozialpolitik.

Ein Indiz dafür, in wie vielen Haushalten das Einkommen nicht zum Leben ausreicht, ist die Zahl der Wohngeldempfänger. Das Statistische Landesamt in Halle hat dazu einen Vergleich der Landkreise und kreisfreien Städte veröffentlicht. Besonders viele Haushalte mit Wohngeldzuschuss gibt es demnach in den beiden sachsen-anhaltischen Großstädten Halle und Magdeburg (siehe Grafik). Nicht berücksichtigt sind in dieser Gegenüberstellung der Zahlen die unterschiedlichen Einwohnerzahlen der verglichenen Kommunen.

In Magdeburg gab es 3203 Mietzuschüsse und 49 Lastenzuschüsse für selbst genutztes Wohneigentum. Das Gros der Unterstützten stellen Single-Haushalte: 2224 Ein-Personen-Haushalte wurden unterstützt, gefolgt von 497 Zwei-Personen-Haushalten, 211 Drei-Personen-Haushalten und 192 Vier-Personen-Haushalten. In 76 Haushalten mit Wohngeldzuschuss lebten fünf, in 52 mindestens sechs Personen. Fünf Jahre zuvor gab es in Magdeburg mit 2162 deutlich weniger Haushalte, für die Zuschüsse gezahlt wurden.

Zur Bedeutung des Wohngelds schreibt Prof. Harald Herrmann, Direktor des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung in der Broschüre "Wohngeld in den Städten und Regionen": "Angesichts der Diskussion um zum Teil kräftig gestiegene Mieten ist das In­strument nun wieder Thema der Wohnungspolitik." Das Wohngeld sei nicht zu verwechseln mit der Übernahme der Wohnkosten von Hartz-IV- oder Sozialhilfeempfängern. Wohngeld erhalten Geringverdienerhaushalte, die mit ihrem Einkommen oberhalb des Grund­sicherungsniveaus liegen und dennoch Unterstützungsbedarf haben. Ziel sei, die Wohnkostenbelastung auf ein tragbares Niveau zu reduzieren.

In Magdeburg ist für das Wohngeld das Sozial- und Wohnungsamt, Wilhelm-Höpfner-Ring 4, zuständig.