Magdeburg l Ein dickes Bund Schlüssel überreicht Elke Lindstedt vom Liegenschafts-amt der Stadt an Rüdiger Stefanek, Vorsitzender des noch jungen Vereins, der sich der Rettung des Ravelins verschrieben hat. Nach mehrmonatigen Verhandlungen hat die Verwaltung der Idee zugestimmt, das Areal zwischen Magdeburger Ring und Maybachstraße an die Vereinsmitglieder zu übergeben. Auf dass sie sich und ihre Visionen dort frei entfalten können.

Was sie zum Beispiel dort künftig vorhaben, konnte man am vierten Advent sehen. Zur Benefizaktion waren Hunderte Magdeburger in die Kasematten und den Hof geströmt, um bei Kunst und Kultur in die Geschichte der Stadt einzutauchen. Damals war noch vieles provisorisch, Strom, Wasser, Toiletten. Das soll sich nun Stück für Stück ändern.

Gise hilft beim Umbau

Unterstützung bekommen die ehrenamtlichen Ravelin-Retter von der Gise Magdeburg. Die hat bislang im Auftrag der Stadt für Ordnung gesorgt. Im vergangenen Jahr wurde zum Beispiel die Decke der Kehlkasematte zu großen Teilen von einer dicken Rußschicht befreit, erklärt Jürgen Wittig, der die vom Jobcenter zugewiesenen Kräfte vor Ort anleitet. Ab April sind sie nun für den Sanierungsverein im Einsatz.

Neu sind auch sichere Geländer zum Festungsgraben sowie dicke Stahltore zum Innenhof des Ravelins. Die sind besonders wichtig, sind sich Stefanek und Lindstedt einig. Denn bislang war das Areal gerade in den Sommermonaten ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche. Jeden Montag waren er und seine Mitarbeiter fast nur mit Aufräumen beschäftigt, erzählt Jürgen Wittig. Mit dem Engagement des Sanierungsvereins soll sich das künftig legen. Auch die flächendeckenden Graffiti sollen über kurz oder lang entfernt werden. Die zugemauerten Fenster werden dafür wieder geöffnet, erklärt Stefanek.

Großes Ziel ist es, das Ravelin als regelmäßigen Veranstaltungsort mit Ausstellungen, Konzerten, Führungen und vielem mehr zu nutzen und langfristig zu etablieren.

Klappbrücke als Zugang

"Die Anlage soll zum Zentrum des Magdeburger Festungstourismus werden", heißt es auf der Vereinswebseite. Bis dahin ist aber noch ein gutes Stück Arbeit nötig. Geplant ist z. B. auch, den Kasemattenhof und die Doppelkaponniere wieder mit einer Klappbrücke zu verbinden, um den direkten Zugang von der Maybachstraße zu ermöglichen. Hier laufen derzeit noch Verhandlungen mit der Deutschen Bahn als Grundstückseigentümer.

Informationen zu Verein und Projekt unter www.ravelin2-magdeburg.de.

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