Magdeburg l Wie ist es in Zeiten des stetig steigenden Onlinehandels um die Zukunft deutscher Innenstädte bestellt? Was wünschen sich die Besucher? Diesen Fragen ist das Kölner Institut für Handelsforschung (IFH) in den vergangenen Monaten mit seiner bundesweiten Untersuchung "Vitale Innenstädte" nachgegangen.

In 62 deutschen Städten aller Größe und ausgewählten Regionen wurden zeitgleich Menschen zu ihren Einkaufsgewohnheiten und der Attraktivität der Innenstadt befragt. Im Durchschnitt bewerteten die Kunden Deutschlands Innenstädte mit der Schulnote 2,7. Magdeburg kam auf die Note 2,6.

Der Magdeburger Wirtschaftsbeigeordnete Rainer Nitsche sagt: "Wir brauchen den Vergleich nicht scheuen. Die Untersuchung zeigt, dass wir in einigen Bereichen sehr gut aufgestellt sind." Die Stadt konnte so mit ihrem Parkflächenangebot punkten. In vielen Sparten haben die Passanten der Magdeburger Innenstadt bereits jetzt Bestnoten ausgestellt.

Sehr zufrieden sind die Kunden mit der Sauberkeit, der Vielfalt der Angebote und der Erreichbarkeit. Der Besucher Magdeburgs setzt auf Bus und Bahn. Fast drei Viertel der Gäste nutzen diese öffentlichen Verkehrsmittel für ihren Innenstadtbesuch. In der Vergleichsgruppe lag dieser Wert bei durchschnittlich zwei Dritteln.

IG Innenstadt arbeitet am Erlebnischarakter


Bei der IG Innenstadt zeigt man sich ebenfalls zufrieden: "Wir sind stolz, dass unsere Innenstadt im Vergleich mit Städten wie Braunschweig, Münster und Bonn top abgeschnitten hat. Toll ist, dass unsere Kunden unserer Innenstadt besonders treu sind", sagt IG-Innenstadt-Sprecher Arno Frommhagen.

Allerdings reicht die Schulnote 2,6 nicht unbedingt zum Medizinstudium. Will heißen: Das ist nur knapp über dem Durchschnitt und offenbart auch kritische Punkte. Das sieht auch Arno Frommhagen so. Er sagt: "Unsere Besucher den Erlebnischarakter." Die Vereinigung von Akteuren der Innenstadt ist gerade zu diesem Thema besonders aktiv und möchte das Angebot stärken.

Lovro Mandac, Vorstandsvorsitzender der Kaufhof-Holding, schlussfolgert für alle Innenstädte: "Wenn wir wollen, dass die Menschen in die Stadt kommen, dann müssen wir sie auch einladen. Unter der Überschrift der Aufenthaltsqualität geht es dabei um Vielfalt, Inspiration und Emotion, aber auch um Sicherheit, Zugänglichkeit und Sauberkeit." Die Menschen wollten sich nicht bevormunden lassen. "Sie lassen sich weder vorschreiben, wie sie in die Stadt kommen - ob per Fahrrad, Bahn oder Pkw -, noch wie oder wann sie einkaufen", so Lovro Mandac.

Darum weiß auch der Wirtschaftsbeigeordnete die Bedeutung der Studie zu schätzen: "Es ist wichtig, die Innenstadtattraktivität auf den Prüfstand zu stellen. Nur so erfahren wir, was die Besucher erwarten und können Entwicklungspotenziale erkennen. Gemeinsam mit unseren Partnern ist es dann möglich, entsprechende Konzepte zu erarbeiten und aktiv zu werden", sagt Rainer Nitsche.