Magdeburg l Zum vierten Mal hat am Montagabend der Magdeburger Ableger der Anti-Islambewegung Pegida an der Hauptwache eine Kundgebung abgehalten. Mit knapp 400 Teilnehmern kamen deutlich weniger als in den Wochen zuvor. Aber auch zur Gegenveranstaltung auf dem Markt kamen laut Polizei mit 900 Personen weniger als in den vergangenen Wochen. Zum Vergleich: Am zurückliegenden Montag kamen zu Magida 700 und zur Gegenveranstaltung 2000 Leute.

Dieses Mal startete die No-Magida-Veranstaltung eine halbe Stunde später. Im Gegensatz zu den Vorwochen gab es keine Bühne. Reden wurden von einem Lautsprecherwagen gehalten, der direkt neben der Polizeiabsperrung und damit in Hörweite der Magida-Kundgebung stand. Zu den Rednern zählte unter anderen der Grünen-Landtagsabgeordnete und Stadtrat Sören Herbst. Er sagte, dass er sich alle Magida-Veranstaltungen angesehen habe. "Das ist nicht die bürgerliche Mitte, die da demonstriert." Man wolle keinen Dialog mit Rechtsextremen und NPD-Anhängern. Herbst nahm damit Bezug auf die vergangene Woche.

Auf der Facebook-Seite von Magida war es zu wüsten Beschimpfungen und sogar Drohungen gegen Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) gekommen. Die Kriminalpolizei hat Ermittlungen aufgenommen. Außerdem war einer der Magida-Hauptredner der vergangenen Woche Peter Walde, NPD-Vorsitzender von Sachsen-Anhalt.

Dieses Mal trat mit Sigrid Schüßler aus Aschaffenburg eine Ex-NPD-Funktionärin als Hauptrednerin auf. Schüßler sagte, dass die Magida-Teilnehmer keine Nazis seien. Diese würden bei der Gegendemo auf der anderen Seite stehen. Im November vergangenen Jahres hatte die studierte Schauspielerin noch für den NPD-Vorsitz kandidiert. Wenig später trat sie aus der Partei aus. Grund: Die NPD bediene das Bild des "hässlichen Deutschen".

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