Magdeburg l Ein Sozialarbeiter entdeckte am frühen Montagmorgen die eingeschlagenen Scheiben und alarmierte die Polizei. Zur Tat war das Haus leer. Zwei Fenster, die Eingangs- und eine Balkontür wurden bei der Attacke beschädigt. Die Steine, mit denen die Scheiben eingeworfen wurden, waren faustgroß. Der Staatsschutz hat Ermittlungen aufgenommen.

Ebenfalls gestern sind auch die ersten Flüchtlinge in den Block am Bruno-Taut-Ring eingezogen. Die Familien kommen aus Syrien, dem Iran, Afghanistan und aus der Russischen Föderation und wohnen alle schon mindestens ein halbes Jahr in Magdeburg, bislang in der Gemeinschaftsunterkunft an der Grusonstraße.

Der Plattenbau am Bruno-Taut-Ring wurde gerade erst für sie hergerichtet. "Die Familien sind nun verunsichert und haben Angst", sagte ein Mitarbeiter der Unterkunft zur Volksstimme.

Zum Tatzeitpunkt war das Haus noch unbewacht. Ein von der Stadt engagierter Sicherheitsdienst begann seine Arbeit planmäßig erst am Montagmorgen und soll laut Stadtverwaltung nun dauerhaft eingesetzt werden. "Das war von vornherein so geplant und ist keine Reaktion auf die Vorkommnisse der vergangenen Nacht", hieß es aus dem Rathaus. Rund um die Uhr sollen Mitarbeiter vor Ort sein.

Der Grünen-Abgeordnete im Landtag und Magdeburger Stadtrat, Sören Herbst, zog einen direkten Zusammenhang zwischen der Attacke und den Demonstrationen des Magdeburger Ablegers des Anti-Islam-Bündnisses Pegida. "Die Intoleranz und Menschenverachtung, die auf den Magida-Veranstaltungen im Mund geführt wird, wurde durch den Anschlag zur Tat", so Herbst. Diese Verbindung stellte auch der Fraktionsvorsitzende der Linken im Landtag, Wulf Gallert, her. "Seit dem Aufkommen der Pegida-Bewegung hat sich die Zahl der Angriffe auf Unterkünfte von Asylbewerbern vervielfacht", so Gallert.

Laut Bundesinnenministerium hat sich die Zahl der Übergriffe auf Asylheime und Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland 2014 im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht - auf insgesamt 150 Attacken.

Bilder