Magdeburg l Die No-Magida-Bewegung wird am Montag keine Demonstration wie in den vergangenen sechs Wochen organisieren. Das berichtete gestern Pascal Begrich als Geschäftsführer des Vereines Miteinander, der sich für Demokratie und Weltoffenheit engagiert. "Wir haben als breites Bündnis ehrenamtlich Engagierter an sechs Montagen hintereinander Demonstrationen organisiert. Und wöchentlich sind weniger Teilnehmer gekommen. Außerdem ist es eine Frage von Geld und Ressourcen", begründete Begrich die Entscheidung. Bühnen und Programm seien mit Kosten verbunden, die finanziellen Mittel erschöpft.

Dass die islamfeindlichen "Magida" (Magdeburger gegen die Islamisierung des Abendlandes) nun ohne Gegenprotest durch die Stadt ziehen und ihre Parolen verbreiten könnten, sei jedoch nicht der Fall. Denn Protest werde es auch ohne eine offiziell angemeldete Demonstration geben. Die Beteiligten wollen entlang der Strecke des offiziell angemeldeten "Magida"-Spazierganges zeigen, dass sie mit den Ansichten des Dresdner Pegida-Ablegers nicht einverstanden seien. - "Nur eben nicht in dieser institutionalisierten Form", konstatierte Begrich. Außerdem wollen die Mitglieder der No-Magida-Bewegung überlegen, wie sie ihren Protest in der Zukunft organisieren werden. "Vielleicht müssen neue Formen entwickelt werden", sagte Begrich. Noch in dieser Woche solle es deshalb ein großes Treffen im Einewelthaus an der Schellingstraße geben, kündigte er weiter an.

Auf der Facebook-Seite von No-Magida wurde gestern indes noch wie in den vergangenen Wochen zum Protest auf dem Alten Markt aufgerufen. Knapp 170 Personen hatten ihr Kommen bereits angekündigt.

Polizei-Sprecherin Beatrix Mertens bestätigte auf Nachfrage, dass es eine Anmeldung aber nur für die "Magida"-Demonstration gebe. Zudem erläuterte sie, dass Kundgebungen und Versammlungen 48Stunden bevor sie beworben werden, angemeldet werden müssten. Spontandemonstrationen könnten auch kurz vorher angemeldet werden, dann dürften die Versammlungen jedoch nicht im Vorfeld schon beworben worden sein. Was geschehen soll, wenn No-Magida heute dennoch demonstriert, würden Polizeiführer und Versammlungsbehörde heute entscheiden.