Magdeburg l Auch am kommenden Montag wird das Bündnis gegen Rechts keine Kundgebung auf dem Alten Markt organisieren. Das berichtete gestern Pascal Begrich als Sprecher des Bündnisses, das federführend in der No-Magida-Bewegung ist, nach einem Treffen am Mittwochabend.

Ziel war, zu überlegen, wie der Protest gegen die Magida-Bewegung (Magdeburger gegen die Islamisierung des Abendlandes) künftig gestaltet werden kann. Das Fazit: Die Organisatoren wollen den Fokus künftig stärker auf eine inhaltliche Auseinandersetzung legen, statt dauerhaft dem Montagsrhythmus mit Kundgebung und Gegenkundgebung zu folgen.

Geplant sind zum Beispiel Informationsveranstaltungen. "Dort können wir noch einmal über die Hintergründe von Magida aufklären oder die islamische Gemeinde einmal vorstellen", nannte Pascal Begrich Beispiele für Themenabende. Angesprochen seien alle Bürger - auch jene aus dem Magida-Umfeld. Allerdings ist Begrich sicher, dass gerade der Kern von "Magida" an diesen Veranstaltungen kein Interesse zeigen werde.

Kreative Protestformen sind noch in Arbeit

Neben den Infoveranstaltungen soll es außerdem kreative Protestformen geben. Wie diese aussehen könnten, dazu wollte Pascal Begrich allerdings noch keine Auskunft geben. Denn was konkret umgesetzt werden soll, sei noch nicht sicher.

Vereinzelte Kundgebungen schließt Pascal Begrich für die Zukunft dennoch nicht aus. Und Protest entlang der Strecken der montäglichen Magida-Spaziergänge sei trotzdem ausdrücklich erwünscht. Pascal Begrich: "Aber wir haben oft gezeigt, dass es viele Magdeburger gibt, die gegen Magida sind." Auf Dauer verliere diese Protestform ihren Reiz. Das Wegbleiben von Gegenprotest werde vielleicht auch den Kampf um Aufmerksamkeit herausnehmen, "so dass wir Magida auch ein Stück weit ins Leere laufen lassen".

Begrich betont, dass es sich bei No-Magida nicht um einen festen Verein handele, sondern eher um ein Label, unter dem viele in der Vergangenheit und auch in Zukunft Protest organisieren werden. Ein Beispiel ist die Regina-Gruppe (Ravende Europäer gegen Intoleranz und Nationalismus).

Umzug startet um 19 Uhr am Alten Markt

Bislang hatte sie jeden Montag unter dem Motto "Magida wegbassen" lautstark gegen Magida mobil gemacht. Nun gibt es einen Kurswechsel: Auch die fröhlichen Raver wollen Magida sich selbst überlassen, so Mitorganisator Stefan Pooch, der für heute Abend, 19 Uhr, zum ersten Spaziertanz durch die Innenstadt einlädt.

Die Kundgebung findet auf dem Alten Markt, Ecke Hartstraße, statt. Danach geht es über den Breiten Weg zum Hasselbachplatz und von dort über die Otto-von-Guericke-Straße und Ernst-Reuter-Allee zurück zum Ausgangspunkt.

"Wir nehmen damit Rücksicht auf die Anwohner am Alter Markt, deren Nerven auch wir in den letzten Wochen etwas strapaziert haben und lassen die Angst vor Verfremdung rechts liegen, bis das besorgte kleine Völkchen Magida an seiner Ratlosigkeit vereinsamt", heißt es weiter.

Die No-Magida-Bewegung geht neue Wege.