In diesem Jahr wird gebuddelt und gebaggert in Brückfeld. Für das geplante Biomasseheizkraftwerk am Gübser Weg müssen die Magdeburger Stadtwerke eine 4,6 Kilometer lange Fernwärmetrasse verlegen.

Brückfeld l Man kann die Bauarbeiten wirklich nicht übersehen, wenn man den Gübser Weg passiert. Die Erdarbeiten für das Biomasseheizkraftwerk der Städtischen Werke Magdeburg (SWM) haben planmäßig begonnen. Entsprechend den Planungen ist die Fertigstellung des Rohbaus für Mitte September dieses Jahres anvisiert. Nach der Montage und dem Einbau der technischen Komponenten erfolgt der Probebetrieb und die Abnahme des Biomasseheizkraftwerk im März 2016. Mit diesem Projekt erschließen die Städtischen Werke erstmals die ostelbischen Stadtgebiete für die Fernwärme. Doch einen Haken hat die Sache: Für das neue Fernwärmekonzept der SWM muss ein rund 4,6 Kilometer langes Fernwärmenetz verlegt werden. Vom Gübser Weg bis zur Straße Am Charlottentor und von der Friedrich-Ebert-Straße bis zur Tessenowstraße führt die Trasse.

Auf Nachfrage der Volksstimme stellten die Stadtwerke die Pläne zur zukünftigen Trassenführung zur Verfügung (siehe Grafik). Doch wann der Netzausbau für die Fernwärmetrasse erfolgt, ist noch unklar. Fest steht, dass es im Laufe des Jahres zu unangenehmen Einschränkungen kommen wird, wenn die Fernwärmeleitungen in die Erde verlegt werden. "Diese Baumaßnahme lässt sich leider nicht verhindern. Baustellen sind für Betroffene störend und belastend, das wissen wir", kündigte Anja Keßler-Wölfer von den SWM bereits bei einem Vor-Ort-Termin im Februar an. Hier liege auch der Grund, warum das Biomasseheizkraftwerk in der Stadt stehe und nicht außerhalb - weil mit der erzeugten Wärme Immobilien beheizt werden sollen, die heute noch mit Erdgas oder Heizöl versorgt werden, beides endliche Ressourcen, die durch nachwachsende Brennstoffe ersetzt werden. Als Beiprodukt wird auch Strom produziert. "Dieses Projekt ist ein Beitrag zum Klimaschutz und zur Steigerung der Attraktivität der Stadt, hier passiert die Energiewende auch zum Anfassen", argumentieren die SWM.

Im Biomasseheizkraftwerk am Gübser Weg werden laut SWM pro Jahr rund 45000 Tonnen überwiegend naturbelassene Hackschnitzel aus Waldrestholz sowie aus der Landschaftspflege, die primär aus der Region stammen, verfeuert. Es werden keine Althölzer in Brückfeld zum Einsatz kommen, so die SWM.

Das Kraftwerk produziert daraus bis zu elf Megawatt Wärmeenergie und 1,5 Megawatt Strom. Das genügt, um jährlich fast 4000 Haushalte mit Fernwärme und Strom zu beliefern. Zudem werden auch die MDCC- und die Getec-Arena Wärme und Strom des entstehenden Kraftwerkes abnehmen.

Das Projekt der SWM wird von Anwohnern des Gübser Weges kritisch beäugt. Sie befürchten Geruchs-, Lärm- und eine zunehmende Verkehrsbelastung.