Bereits vor einem knappen Jahr berichtete die Volksstimme, dass das Konzept für den Zentralen Omnibusbahnhof Magdeburg auf sich warten lässt. Auch damals informierte das Bauordnungsamt darüber in einer knappen Mitteilung. Ursprünglich war die Vorstellung des Konzeptes für das zweite Quartal 2014 geplant, wurde dann ins vierte Quartal verschoben. Begründung damals: Man wolle die Entwicklung des Fernlinienmarktes noch weiter beobachten.

Magdeburg l Laut aktuellsten Zahlen der Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB) steuern täglich 26 Fernbusse den Zentralen Omnibusbahnhof in Magdeburg an. Für sieben Linien - darunter Mein Fernbus/Flixbus und Postbus - gehört die Landeshauptstadt zu den festen Halten. Trotzdem muss keines der Unternehmen auch nur einen Euro für die Nutzung des ZOB zahlen, wie MVB-Sprecher Tim Stein bestätigt. Derzeit sind die stadteigenen MVB alleiniger Betreiber des ZOB, obwohl die Verkehrsbetriebe schon mehrfach aus dem defizitären Betreiber-Vertrag herauswollten.

Auch deshalb war die Verwaltung beauftragt worden, ein ZOB-Konzept zu erarbeiten. Eigentlich sollte das schon im vergangenen Jahr vorliegen (siehe Infokasten). In einer nicht öffentlichen Stellungnahme aus dem Baudezernat werden die Stadträte nun erneut vertröstet. Darin heißt es, dass die "verwaltungsinterne Meinungsbildung" noch nicht abgeschlossen sei und man noch keinen konkreten Zeitpunkt benennen könne, wann ein Konzept vorgelegt werden kann, das den Fernbus- und Gelegenheitsverkehr berücksichtigt.

"Es entsteht der Eindruck, dass der Oberbürgermeister einfach keine Lust auf Fernbusse hat und das Thema aussitzen will", sagte Linken-Stadtrat Oliver Müller der Volksstimme auf Nachfrage. Heftig, aber ergebnislos hatte Müller bereits in den vergangenen Jahren von der Verwaltung ein Konzept zur Zukunft des ZOB gefordert. "Wir werden hingehalten und für dumm verkauft", hatte er dem Baubeigeordneten Dieter Scheidemann vorgeworfen.

Scheidemann bittet indes erneut um Geduld und kündigte an, dass ein Konzept in den kommenden Wochen vorgelegt werden soll, man derzeit im Kontakt mit mehreren Fernbuslinien stehe. Oberbürgermeister Lutz Trümper geht gar einen Schritt weiter. Er sagte, dass bereits eine Drucksache erarbeitet wird und Gebühren von den Fernbusunternehmen erhoben werden sollen.