Magdeburg l Der Brandschaden in dem Imbiss am Hermann-Bruse-Platz ist höher als ursprünglich angenommen. Das sagte der Besitzer, Klaus Jagla, der Volksstimme. Die Einsatzkräfte gingen in einer ersten Schätzung von 10.000 Euro aus. "Ich rechne mit mehr als 80.000 Euro", sagte Jagla.

Jagla, der in der Nähe von Hannover lebt, wisse das so genau, weil er noch die Rechnungen vom vorherigen Brand habe. Im Mai 2014 stand der Kiosk am Hermann-Bruse-Platz schon einmal in Flammen. Wie Ermittlungen ergaben, handelte es sich damals um Brandstiftung. Einbrecher hatten vermutlich versucht, mit dem Feuer ihre Spuren zu verwischen. Der Pavillon brannte komplett aus. Kosten für den Wiederaufbau samt technischer Ausrüstung laut Jagla: 82000 Euro. Damals habe den Schaden komplett die Versicherung reguliert. "Ob das dieses Mal auch der Fall sein wird, weiß ich nicht", so Klaus Jagla weiter.

Wirtschaftliche Existenz steht auf dem Spiel


Der Niedersachse hat die Fläche von der Stadt gepachtet und den oktaederförmigen Kioskbau dort errichtet, den er seinerseits wiederum weiterverpachtet hat. Nach dem ersten Brand wurde der Kiosk von ihm wieder aufgebaut. Vergangene Woche sollte der Imbiss nun wiedereröffnet werden. Er und sein Pächter wollten es noch einmal probieren.

Mit dem neuerlichen Feuer dürfte vor allem die wirtschaftliche Existenz der Pächterfamilie auf der Kippe stehen. Denn die alte Inventarversicherung wollte die zu versichernden Risiken nicht länger tragen und hatte gekündigt, wie Jagla sagte. Sein Pachtvertrag mit der Stadt laufe noch bis Ende des Jahres. "Ich habe nicht vor, diesen zu verlängern", sagte er.

Noch ist die Brandursache unklar. Ermittler wollen sich den zerstörten Kiosk erneut ansehen. "Momentan können wir weder einen technischen Defekt noch Brandstiftung ausschließen", sagte Polizeisprecher Mike von Hoff der Volksstimme auf Nachfrage.

Es sind nicht die ersten Kiosk-Brände in nördlichen Stadtteilen. 2008 stand der weit über die Stadtteilgrenzen hinaus bekannte Kiosk von Roswitha Karin Arndt nach einer Brandstiftung in Flammen, wenige Wochen später wurde auch noch in einem Ausweichpavillon Feuer gelegt. Im Juli 2014 war auch ein Kiosk an der Salvador-Allende-Straße abgebrannt. Dort hatten die Flammen von einem in Brand gesetzten Container auf den Kiosk übergegriffen. Es wurde nie geklärt, ob die Taten irgendwie zusammenhängen.

Die Brandruine war monatelang ein Zankapfel


Der Kiosk am Bruseplatz war nach dem ersten Brand lange ein Zankapfel im Stadtteil. Monatelang stand die Brandruine frei zugänglich herum - bis die Stadtverwaltung einschritt und die Ruine notdürftig mit einem Bauzaun sichern ließ. Besitzer Jagla konterte auf die Kritik mit dem Argument, dass jeder sich fragen könne, welche Versicherung bereit sei, solche Objekte noch zu versichern und welcher Investor hier sein Geld investieren wolle. Ganz zu schweigen von den Betreibern, die ihren Lebensunterhalt durch den Kioskbetrieb sichern wollten. So habe etwa der Sohn des Betreibers Nächte im Auto in Kiosknähe verbracht, um den neu aufgebauten Imbiss zu bewachen. Am Tag vor der Eröffnung sei er allerdings nicht da gewesen.

Über mögliche Motive will von offizieller Seite niemand spekulieren, solange noch nicht einmal die genaue Brandursache feststeht. Für die Volksstimme war die Familie bislang noch nicht erreichbar.

"Die ganze Situation bedaure ich umso mehr, da der Platz und seine Umgebung durch aufwendige Umstrukturierungen sehr gewonnen haben. Einen Verbleib in Magdeburg kann ich mir nicht vorstellen. Schade - bei den vielen netten Menschen, die ich dort getroffen habe", sagte Klaus Jagla weiter, der nun überlegt, einen Kiosk in seiner Heimatstadt zu eröffnen.

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