Magdeburg l Der in die Seestraße umgesiedelte Lebensmittelhändler Norma möchte einen modernen Discounter-Markt mit einer Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern an der Cracauer Straße neu bauen. Eine Erweiterung am derzeitigen Standort schließt der Lebensmittelhändler aus. "Die Übergangslösung in der Seestraße weist erhebliche Mängel auf und ist nicht zukunftsfähig", argumentiert Ingo Franke, Entwicklungsleiter bei Norma.

Die 550 Quadratmeter große Verkaufsfläche, ihr Erscheinungsbild und die technischen Gegebenheiten des Gebäudes seien nicht mehr zeitgemäß. Zudem gebe es massive Probleme mit der Anlieferung, aufgrund der beengten Straßenverhältnisse. Im März 2016 wird die Norma-Filiale schließen, wie es dann mit Norma in Cracau weitergeht, ist noch ungewiss.

Ein geplanter Norma-Neubau zwischen Cracauer Straße und Struvestraße ist nur durch eine Änderung des Bebauungsplanes möglich. Im Rahmen der Offenlegung des ersten Entwurfs gab es seitens einer Bürgerinitiative Proteste. Dabei stand nicht nur der Norma-Neubau in der Kritik, sondern auch eine Erweiterung des benachbarten Edekas und eine mögliche Verlängerung der Friedrich-Ebert-Straße. Die Entwicklungsgruppe um Edeka hat sich inzwischen entschlossen, dass es nur eine Modernisierung innerhalb des bestehenden Gebäudes geben wird.

Mittlerweile gibt es einen überarbeiteten Entwurf zum Bebauungsplan, der am Donnerstag im Stadtrat zur Debatte steht. Dem Discounter soll weiterhin die Möglichkeit gegeben werden, in dem Areal zwischen Struvestraße und Cracauer Straße unterzukommen. Die Bürgerinitiative "Friedrich-Ebert-Straße" läuft Sturm gegen die Pläne für den Neubau direkt vor ihrer Nase. Sie wünschen sich ein bürgerfreundliches, grünes Stadtteilzentrum anstatt eines neuen Discounters.

Aber es gibt auch Anwohner, die sich eine Rückkehr des Norma-Discounters an der Cracauer Straße wünschen. "Unsere Stammkundschaft fragt regelmäßig nach, wann denn der neue Norma eröffnen wird", erzählt Ingo Franke und ergänzt: "Eine Ablehnung unseres Vorhabens würde die Attraktivität des Nahversorgungsbereiches an der Cracauer Straße drastisch schwächen und stünde im deutlichen Widerspruch zu den vorgenannten Zielsetzungen des Märktekonzeptes. Besonders betroffen wären hier Mitbürger mit einem geringen Einkommen." Das Vorhaben sichere auch Arbeitsplätze. Für den Ersatzbau in Cracau müsse zudem zusätzliches Personal eingestellt werden, erklärt Ingo Franke.

Um dem Standort an der Cracauer Straße gerecht zu werden, schließt der für Norma tätige Projektentwickler Rudolf Loose den typischen Discounter-Flachbau aus. "Der Bau wird sich der örtlichen Umgebung anpassen", so Loose.

Im Bereich der Struvestraße entsteht eine runde, straßenbegleitende Bebauung. "Hier wäre Platz für Büro- oder Praxisräume", erklärt der Projektentwickler. Die über 100 Quadratmeter sind noch vakant. Auch gebe es im vorderen Bereich der neuen Filiale Platz für einen Bäcker mit Cafébetrieb. 55 Kundenparkplätze sollen geschaffen werden.

Deutlich machten Rudolf Loose und Ingo Franke im Gespräch mit der Volksstimme, dass für den Norma-Neubau die vielfach kritisierte Verlängerung der Friedrich-Ebert-Straße keine Rolle spiele. Die Zu- und Abfahrt ist auch ohne eine Verlängerung der Straße gesichert.