Magdeburg (dpa/ad/mf) I Der Tatverdächtige, der mehrere Morddrohungen an Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) geschickt haben soll, ist tot. Der 51 Jahre alte Mann wurde am Montagmorgen leblos in seiner Wohnung in Blankenburg (Landkreis Harz) entdeckt, wie Oberstaatsanwalt Hauke Roggenbuck in Halberstadt sagte. Nach ersten Erkenntnissen deute nichts auf ein Fremdverschulden hin.

Am Wochenende war bekanntgeworden, dass der 51-Jährige für die Morddrohungen gegen Trümper im März verantwortlich sein soll.

Der Tatverdächtige soll die Briefe mit Drohungen und SS-Runen im Namen eines anderen unterschrieben haben, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Halberstadt sagte. Der Mann hatte zu den Vorwürfen geschwiegen. Die Ermittler vermuteten ein persönliches und kein politisches Motiv. Laut Staatsanwaltschaft werden die Ermittlungen nach dem Tod des 51-Jährigen eingestellt.

Nach Informationen der Volksstimme wollte der Mann mit der falschen Spur seinen ehemaligen Arbeitgeber aus Rache für seine Entlassung mit der Straftat belasten. Grund für die Entlassung: Der Mann soll in der Firma einen regen Handel mit Euro-Holzpaletten aus dem Unternehmensbestand geführt haben. Der 51-Jährige soll die drei Droh-Schreiben mit dem Namen und der Adresse seines ehemaligen Chefs im Briefkopf an Trümper geschickt haben. Darin hieß es unter anderem: "Ein Baum, ein Strick, Trümper. Am Montag zum Magida-Spaziergang werden wir dich hängen. Dein Rathaus ist die Kulisse."

Die Drohung gegen Lutz Trümper hatten Anfang März dafür gesorgt, dass der Oberbürgermeister Personenschutz erhielt.