Magdeburg l Am Vormittag Sonnenschein, nachmittags trübte sich das Wetter dann ein. Für versierte Radfahrer allerdings kein Problem. Frei nach dem Motto "Es gib kein schlechtes Wetter, nur die falsche Kleidung" gingen gestern zahlreiche Radlerinnen und Radler zu den vom ADFC ausgerichteten Radtouren an den Start. Treffpunkt war in der Ernst-Reuter-Allee vor der Touristinformation.

Es war der 13. Elberadeltag, mit dem gestern die Fahrradsaison für den Elberadweg eröffnet wurde. Dafür waren mehrere Radtouren organisiert worden, die entlang der Elbe durch Magdeburg und ins Umland führten.

Aber der Elberadeltag ist immer auch eine Informationsveranstaltung mit durchaus politischem Hintergrund. Dazu wurden für die Radler an den Ständen des ADFC und des Stadtplanungsamtes Info-Broschüren, Radwanderkarten und vieles mehr bereitgehalten.

Am Stand des Stadtplanungsamtes konnten sich die Radler unter anderem über das Projekt "Verkehrsentwicklungsplanung 2030 plus" informieren, mit dem die Weichen für die Verkehrsplanung der kommenden Jahre in Magdeburg gestellt werden sollen. Und mehr noch. Es gab einen Vorschlags- und Fragebogen, in dem die Magdeburger Fahrradfreunde ihre Vorstellungen und Anregungen für Planungen des Radfahrverkehrs mitteilen konnten. Die Fragebögen werden, so Tim Schneider, zuständiger Sachgebietsleiter im Stadtplanungsamt, ausgewertet und die Vorschläge nach Machbarkeit geprüft. Wer sich an der Befragung beteiligt, kann sich auch darüber informieren lassen, was aus seinen Vorschlägen geworden ist.

Martin Hoffmann, stellvertretender Landesvorsitzender des ADFC Sachsen-Anhalt, lobte dann auch die Zusammenarbeit zwischen ADFC und Stadt. "Das hat sich im zurückliegenden Jahr wirklich sehr gut entwickelt." Zwar gebe es weiterhin Dinge, bei denen man verschiedener Meinung sei, die würden allerdings in einer konstruktiven und zielorientierten Atmosphäre diskutiert.

Auf die Frage, ob die Magdeburger Radler nicht, wie etwa die Gartenfreunde, zukünftig eine eigene Partei für die Kommunalwahlen gründen wollten, um ihre Interessen im Stadtrat stärker zu vertreten, sagte Martin Hoffmann - er selbst ist Magdeburger -, dass dies nicht die politische Richtung des ADFC in Magdeburg sei. "Wir arbeiten mit Stadtratsfraktionen zusammen, suchen den Kontakt zum Rathaus und sind in der AG Radverkehr vertreten. Das ist unser Weg, um für die Interessen der Radfahrer einzutreten." Das reiche aus, so Hoffmann.

Im Magdeburger ADFC sind zurzeit rund 300 Mitglieder organisiert.