Magdeburg l Sie war eine von zahlreichen Ausstellern und sieht sich als Exotin unter den Exoten der Autofans. Denn eigentlich ist das Umbauen von Autos ja eher eine Männerdomäne. Aus der möchte sich Michaela Krohne aus Kotzen (Rathenow) abheben. Für ihren Golf 4 hat sie sich deshalb etwas Besonderes einfallen lassen. Wie könnte es anders sein: Als Frau mag die 25-Jährige auch Glitzer und Glamour und hat ihrem Auto mit Hunderten Strasssteinchen ein aufwendiges Make-up verpasst.

Unter der Motorhaube hat sie Plastikverkleidungen mit den funkelnden Steinchen beklebt. Dreieinhalb Tage habe das gedauert. Ihre Leidenschaft für umgebaute Autos entdeckte sie bereits im Teenager-Alter. Schon damals stand fest, dass sie den Golf 4 fahren möchte. In das Auto hat sie inzwischen etwa 12- bis 13000Euro investiert. Und erntet von ihren männlichen Gleichgesinnten durchaus auch Anerkennung.

Nur was den Motor angeht, sind die Männer anders gepolt. Der müsste, um den männlichen Ansprüchen zu genügen, nämlich deutlich mehr PS haben. Doch Michaela Krohne versucht, das Hobby alltagstauglich und bezahlbar zu halten. Anders ist das bei Florian Pietsch aus Braunlage. Auch er fährt immer noch sein erstes Auto - inzwischen jedoch nur noch bei schönem Wetter und im Sommer. Und so ziemlich alles an dem Ford Fiesta ist inzwischen "frisiert" worden, meist in den Wintermonaten, wenn keine Treffen anstehen. Als Nächstes will er einige Umbauten im Cockpit umsetzen und sich einen schwarzen Himmel in den hellgrünen Flitzer zaubern. Sein Hobby sieht er als ein sinnvolles an.

Neben Autoclubs aus vielen Gegenden Deutschlands waren am Wochenende jedoch auch internationale Besucher vor Ort. Der am weitesten angereiste Gast kam aus England. Aber auch aus Österreich und der Schweiz reisten Interessenten nach Magdeburg. Für Mitorganisator Patrick Hecht vom VW-Autoclub Magdeburger Börde ein positives Zeichen.

"Wir etablieren uns", erzählt er, "jährlich haben wir mehr Besucher." In diesem Jahr kamen mehr als 1000 Besucher. Ein absoluter Erfolg aus Sicht des Club-Präsidenten, der sich am Sonnabend auf dem unteren Deck des Parkhauses in allerlei Spielen mit mutigen Besuchern misst. Und er staunte selbst, als er eine Autofelge samt Reifen 30 Sekunden mit geraden Armen vor dem Bauch hielt.

Extravagante Umbauten und Oldtimer

Die All Car Challenge ist von Autofans gemacht und für Autofans gedacht. "Wenn man bedenkt, dass in manchen Autos fast ein Einfamilienhaus steckt, ist das auch ein Zeichen dafür, dass sich die Qualität der gezeigten Fahrzeuge gesteigert hat." Außerdem sei ein guter Querschnitt zu sehen gewesen.

Nicht nur neue Autos mit extravaganten Umbauten wurden gezeigt, sondern auch Oldtimer. Der älteste Teilnehmer der All Car Challenge sei bereits 65 Jahre alt, erzählt Patrick Hecht, und lasse sich von Ideen junger Leute gern begeistern und finde in ihnen Freunde. Ziel der Veranstaltung ist aber auch, über ihr Hobby zu informieren und dem schlechten Ruf von aufgebauten Autos und ihren Fahrern entgegenzuwirken. "Es gibt überall solche und solche. Und nicht alle Autofans sind gleich Raser", wehrt er sich gegen Vorurteile.

Sein Dankeschön gilt den Partnern aus der Region, ohne die er die Veranstaltung nicht organisieren könnte. Das Management des Allee-Centers hebt er besonders hervor, ebenso das Bauordnungsamt der Stadt. "Dort laufen wir wirklich offene Türen ein", sagt Patrick Hecht.

Clubchef will die 10.Auflage miterleben

Dass nun die gute Resonanz eine Garantie für eine weitere Wiederholung der Veranstaltung im nächsten Jahr ist, darauf will sich Patrick Hecht noch nicht festlegen.

"Aber ich denke, jeder der mich kennt wird wissen, dass ich die zehnte Auflage erleben möchte", erzählt er weiter. Angesichts der aufwendigen Planung ist nach der Challenge vor der Challenge. Denn knapp ein Jahr dauert es, um alles für das Ereignis zu organisieren.

Jetzt wird allerdings erst einmal ausgewertet und entspannt. Das nächste Treffen, das die Mitglieder des Automobilclubs Magdeburger Börde besuchen wollen, findet in Peine statt. Dort werden sie auch Bekannte wiedertreffen, mit denen sie während der Veranstaltung in Magdeburg aufgrund der organisatorischen Verantwortung nicht plaudern konnten.

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