Magdeburg (ri) l Um sich gegen die Konkurrenz gegen die Fernbusse zu behaupten, setzt die Deutsche Bahn auf bessere Angebote im Fernverkehr auf der Schiene. Zunächst sollen moderne Doppelstockwagen die rund 40 Jahre alten IC-Waggons auf den bestehenden Strecken ersetzen. Bahnsprecher Jörg Bönisch sagt: "Die ersten Waggons sollen im Oktober an uns ausgeliefert werden."

Ab Dezember könnten - nach langen Verzögerungen - die ersten modernen Züge dann au der Strecke Emden-Magdeburg-Leipzig zum Einsatz kommen. "Die bisherigen Waggons werden schrittweise ersetzt", erläutert der Bahnsprecher. Ein wenig später sei dann auch die IC-Strecke Köln-Magdeburg-Dresden an der Reihe. Etwas länger werden sich die Magdeburger derweil gedulden müssen, bis weitere IC-Linien die sachsen-anhaltische Landeshauptstadt zu einem echten Fernverkehrsknoten machen: Die Strecke nach Schwerin soll bis Ende 2022 mit einer IC-Verbindung ausgestattet sein. Perspektivisch soll es auch eine IC-Verbindung über Magdeburg in Richtung Berlin geben.

Angesichts der hohen Geschwindigkeiten, mit denen die Züge im Fernverkehr unterwegs sind, sei das Thema Kommunikation erkannt, aber noch nicht abgearbeitet. In den neuen Doppelstockzügen gibt es zwar Verstärker für das Handynetz, die allerdings nur funktionieren, wenn der Zug gerade in einer Region mit Handyempfang unterwegs ist. Gerade in dünn besiedelten Gebieten wie der Altmark sind Löcher im Funknetz bislang nicht ausgeschlossen. "Die Deutsche Bahn ist mit Anbietern von Handynetzen im Gespräch", sagt der Sprecher der Deutschen Bahn.

Immer wieder hat in den vergangenen Jahren die Anbindung der sachsen-anhaltischen Landeshauptstadt an das deutsche Fernbahnennetz für Kritik gesorgt. Spätestens, seitdem der ICE nach dem Neubau der Schnellfahrstrecke zwischen Niedersachsen und Berlin durch die Altmark machen die Hochgeschwindigkeitszüge der Deutschen Bahn um Magdeburg einen Bogen. Die Kritiker meinen, dass eine Landeshauptstadt einen solchen Anschluss benötige. Die Deutsche Bahn argumentiert, dass die Versuche, einige ICE-Züge über Magdeburg fahren zu lassen, keinen ausreichenden Zuspruch durch die Passagiere gefunden hätten. Auch Experimente wie die des Kaiser-Otto-Express als Direktverbindung in die Bundeshauptstadt brachten nicht die erhofften Fahrgastzahlen.