Magdeburg l Wein aus Georgien, Kunsthandwerk aus der Ukraine, Schaschlik aus dem Kaukasus und Schnecken aus Frankreich - wenn das Angebot so international ist, muss wohl Europafest sein. Zum dritten Mal luden die IG Innenstadt und zahlreiche Unterstützer am vergangenen Pfingstwochenende dazu ein. Und viele, viele folgten dem Ruf.

Bei bestem Frühlingswetter drängten sich die Besucher den Breiten Weg entlang. Während dort die Schausteller und private Händler zu finden waren, bezogen rund um den Alten Markt internationale Gäste ihre Hütten und Wagen. Allen voran das französische Dorf von Roger Hentzien, das mit Moulin Rouge, Eiffelturm und Akkordeonmusik Pariser Flair verströmte. "Einige von uns sind extra 1500 Kilometer hierher nach Magdeburg gefahren", sagt er im schönsten Elsässer Dialekt.

Insgesamt zehn europäische Länder waren in diesem Jahr vertreten und präsentierten regionale Produkte und Kultur. Auf lange Dauer sollen die Länder auch mal neu gemischt werden, damit keine Langeweile aufkommt, erklärt Henry Arzig, der mit seiner Berliner Event-Agentur seit drei Jahren das Europafest für die Magdeburger Innenstadthändler organisiert. So haben die Niederlande gute Chancen, nächstes Jahr dabei zu sein.

Am Sonnabend gab es zusätzlich den Aktionstag "Europa zum Anfassen". Sachsen-Anhalts Europaminister Rainer Robra und der EU-Abgeordnete Arne Lietz stellten sich dabei den Fragen der Bürger. Lietz sagte bei der Eröffnung: "Das Europafest ist eine tolle Möglichkeit, noch mehr über Europa, seine Mitglieder und vor allem seine kulturelle Vielfalt zu erfahren. Ich habe die Schirmherrschaft gern übernommen, um den Bürgern Europa näherzubringen."

Für Arno Frommhagen, Sprecher der IG Innenstadt, geht das Konzept des Europafests mehr und mehr auf. Das würden auch die Sponsoren merken und honorieren. Mit der Radeberger-Brauerei hat gerade ein Hauptunterstützer sein Engagement um drei Jahre verlängert, berichtet er.

Die Organisatoren haben ein langfristiges, großes Ziel: das Europafest über die Stadtgrenzen hinaus als Marke bekanntmachen. Damit Touristen nur deswegen nach Magdeburg kommen, erklärt Frommhagen weiter: "So wie man bei Hamburg an das Hafenfest denkt." Außerdem sieht er das Europafest als einen weiteren Mosaikstein in Magdeburgs Bewerbung zur Kulturhauptstadt Europas im Jahr 2025.

   

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