Toller Tag für "Texas": Zur offiziellen Einweihung des Neubaus für die Grundschule Nordwest herrschte gestern Festtagsstimmung. Die kleinen Stars der Schule vom bekannten Elbkinderlandchor präsentierten sogar zwei neue Strophen für die inoffizielle Stadthymne, das Magdeburger Lied.

Nordwest l "Wir sind am Ende", sagte ein verschnupfter Oberbürgermeister Lutz Trümper, der sich trotz starker Erkältung keine Bettruhe gönnte ("Ich wollte unbedingt hier dabei sein."). Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, schob der ansonsten glänzend aufgelegte OB in der rappelvollen Mehrzweckhalle hinterher: "Wir sind nach vier Jahren PPP am Ende, 20 Schulen wurden komplett modernisiert. Das soll uns erst einmal eine Stadt unserer Größenordnung nachmachen. Von unseren kommunalen Schulen sind bis auf fünf, sechs alle saniert, für die noch unsanierten Häuser suchen wir noch nach einer Lösung. Dann sind wir für die nächsten 20 bis 30 Jahre durch." Das spektakuläre Investitionsprogramm steht vor dem Abschluss.

PPP steht für "Public Private Partnership", zu Deutsch: "Öffentlich-Private Partnerschaft". Für Trümper ein absolutes Erfolgsmodell: Private Investoren sanieren die Gebäude mit ihrem Geld und übernehmen Betrieb und Unterhaltung der Schulen für 20 Jahre. Durch die vereinbarten Nutzungsentgelte, die die Stadt im Gegenzug an die private Betreibergesellschaft zahlt, kommen die Investoren wieder auf ihre Kosten. Woher nimmt die klamme Kommune das Geld? "Für die Finanzierung haben wir ein Sonderkonto geschaffen, auf das Mehreinnahmen der Städtischen Werke und unserer Wohnungsbaugesellschaft fließen", erklärte Trümper, der versicherte, dass "die Finanzierung der Schulen auf sicheren Beinen steht".

Dem Betreiberkonsortium, das unter Federführung des Unternehmens Industriebau Wernigerode mehrere Firmen vereint, bescheinigten Trümper sowie der Chef des Kommunalen Gebäudemanagements (KGM) Heinz Ullrich eine tadellose Zusammenarbeit, sowohl beim Bau, als auch beim Betrieb der Schulen.

Industriebau-Geschäftsführer Peter Schmidt versprach der Nordwester Schulleiterin Christel Schulz: "In den von uns betriebenen Häusern herrscht eine hohe Kundenzufriedenheit, die wollen wir natürlich auch hier in Nordwest sicherstellen." Die Schulleiterin selbst zeigte sich völlig begeistert. Viertklässler Nathanael kam zu Wort: "Ich bin froh, dass ich zumindest noch ein halbes Jahr diese tolle Schule besuchen darf."

OB Trümper erinnerte an die Diskussionen, als der Abriss der alten Nordwester Schule zur Debatte stand (s. "Hintergrund"): "Heute können sicher alle sagen: Es war die richtige Entscheidung. Das ist die beste Schule, die Nordwest je hatte."

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