Halberstadt (dl) l Betroffenheit, Ungläubigkeit und auch Empörung. So lassen sich die Reaktionen auf den Volksstimme-Beitrag über einen neun Jahre alten Schüler, der aufgrund einer offener Rechnung von der Schulspeisung ausgeschlossen worden war, zusammenfassen. "Ich habe das gelesen und nur noch mit dem Kopf geschüttelt. Der Fall hat mich sehr betroffen gemacht", sagt Hans-Gerd Horn aus Osterwieck.

Der 63-Jährige hat die Erfahrungen, die der neunjährige Sven (Name geändert) machen musste, und das Handeln von Essenanbieter sowie Kreisverwaltung im Beitrag vom 31. Dezember genau studiert und "kann nicht fassen, dass alle immer nur zum anderen schauen und sich als nicht zuständig betrachten. Am Ende", sagt Hans-Gerd Horn, "kann es doch nicht sein, dass die Pflegemutter allein gelassen wird."

So aber ist es. Pflegemutter Antje Sabe, die Sven nach dem Tod des leiblichen Vaters aufgenommen hatte, scheint auf jenen 22,60 Euro Altforderungen sitzen zu bleiben. Weil der Vater der Volksküche Aschersleben den Betrag schuldig geblieben war, schloss der Essenanbieter Sven von der Schulspeisung aus. Die Pflegemutter sah sich für diese Altverbindlichkeiten nicht zuständig, die Chefin der Volksküche sprach von einem bedauerlichen Fall und das Jugendamt sah die Erben des Vaters in der Pflicht. Wegen 22,60 Euro. Am Ende zahlte Antje Sabe doch, um das Problem zu lösen.

"Von den Beteiligten gab es leider keine Reaktionen mehr", berichtet sie. Und Großeltern, wie von Hans-Gerd Horn angefragt, habe Sven leider auch nicht.