Altlasten bei etwa 10.000 Objekten

Seit der Bahnreform 1994 kümmert sich ein eigenes Team der Deutschen Bahn um die Altlastenbearbeitung.

Auf bundesweit insgesamt 1,3 Milliarden Quadratmetern Bahnfläche wurden bisher Erkundungen durchgeführt. Mehrere hundert Objekte wurden saniert. Hier in der Region wird dies beispielsweise gerade für die Gasanstalt in einem Bahnhof in Halle vorbereitet.

Bei etwa 10.000 der untersuchten Flächen hat sich der Verdacht auf Altlasten bestätigt. Davon befinden sich 160 in Sachsen-Anhalt.

Magdeburg l Die ehemalige chemische Reinigung in Oebisfelde, Ölgasanstalten in Magdeburg und Halle, Tankanlagen in Haldensleben und Gardelegen - die Liste der einst verseuchten Grundstücke der Deutschen Bahn in Sachsen-Anhalt ist lang. Mehr als 2800 hat der Konzern seit 1994 im Land untersucht. Bei 160 der teils ehemaligen Betriebsflächen hat sich der Altlastenverdacht bestätigt. Noch immer gibt es Objekte, die nicht saniert worden sind.

Wo genau die Altlasten derzeit bekämpft werden, wollte ein Bahn-Sprecher auf Volksstimme-Anfrage nicht mitteilen. Nur: Alle Maßnahmen seien mit den zuständigen Umweltbehörden abgestimmt.

Bis in die achtziger Jahre hat die Bahn auf vielen Betriebsflächen mit giftigen Stoffen hantiert. Chemikalien, Teeröle und Pestizide sind regelmäßig zum Einsatz gekommen. "Das erfolgte oft in Unkenntnis der Konsequenzen für Boden und Grundwasser", sagt der Konzern-Sprecher und verweist auf die "professionelle" Sanierung seit den 90er Jahren.

Bahn weist den Vorwurf der Gesundheitsgefährdung zurück

Bundesweit sollen etwa 10.000 Objekte verseucht sein. Rund 1000 Projekte stuft die Bahn als dringlich ein. Besonders in den Böden einiger Liegenschaften sind die Altlasten bisher nicht vollständig beseitigt worden. Die Sanierungsmaßnahmen werden noch bis über das Jahr 2030 hinausreichen.

Medienberichte, wonach von einzelnen belasteten Flächen eine Gesundheitsgefährdung ausgehen soll, weist das Unternehmen zurück. Auf Anfrage der Volksstimme heißt es: "Uns ist kein Fall bekannt."